Schockierendes Phänomen

Rekord-Fischsterben in der Ostsee: Tiere ersticken qualvoll

Meterweit tote Fische: An der Ostsee kommt es zum dritten Mal in diesem Jahr zu einem massiven Fischsterben – ein solches Ausmaß gab es dort noch nie.

  • Ostsee: Etliche tote Fische an der Eckernförder Bucht.
  • Bereits das dritte Fischsterben in diesem Jahr.
  • Naturschützer liefert Erklärung für Schock-Phänomen.

Altenhof (Kreis Rendsburg-Eckernförde) – In der Eckernförder Bucht bei Altenhof in Schleswig-Holstein bietet sich ein grausamer Anblick: Zahlreiche tote Fische wurden in den vergangenen Tagen angespült. Experten kennen die Ursachen.

MeerOstsee
Mittlere Tiefe55m
Fläche377.000 km²
Einzugsgebiet1.642.000 km²
Maximale Tiefe459 m
Angeschlossene Meerevia Kattegat an den Atlantik
InselnRügen, Usedom, Gotland, Öland, Saaremaa, Hiiumaa, Wolin

Fischsterben an der Ostsee: Unzählige tote Fische an der Eckernförder Bucht

Nach Mopo-Informationen soll es sich bei den toten Fischen in der Bucht bei Altenhof um diverse Plattfische und Dorsche handeln. In Abständen von nur wenigen Metern verteilt würden diese im flachen Wasser am Strand liegen. Wie der NDR berichtet, sollen sich am Sonntag, 15. November 2020 bereits etliche Kormorane und Reiher über die Kadaver hergemacht haben.

An der Eckernförder Bucht in Schleswig-Holstein kommt es zum dritten Mal in diesem Jahr zu einem massiven Fischsterben (Symbolbild & 24hamburg.de-Montage)

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass es in der Eckernförder Bucht, wo im Sommer 2020 noch ein süßer Delfin zahlreiche Strandurlauber verzückte, zu einem Fischsterben kommt – tatsächlich handelt es sich bei diesem Vorfall um das dritte Fischsterben des Jahres. 24hamburg.de/tiere berichtete bereits im September 2020 über tote Fische in der Kieler Innenförde. Das Ausmaß war aber noch nie so drastisch wie in diesem Jahr.

Der Grund für das Phänomen ist Experten bekannt. Der Ortsverband des Naturschutzbundes (NABU) geht davon aus, dass ein starker Sauerstoffmangel in dem Ostsee-Gewässer dahinter steckt. Bereits vor einiger Zeit seien die Fische durch die Aufwirbelung tiefer, sauerstoffarmer Wasserschichten erstickt – das „dürfte auch diesmal der Fall sein“.

Schon seit Längerem ist bekannt, dass die Fischbestände in der Ostsee stark zurückgehen. Daher hat das EU-Fischereiministerium für das Jahr 2021 auch strengere Fangquoten für Fischer festgelegt: Nach NDR-Informationen soll vor allem der Heringsbestand damit geschützt werden. Auch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte diese Fangquoten. „Die Fischbestände müssen sich erholen“.

Fischsterben in Norddeutschland: Neben Ostsee auch die Elbe betroffen

Die Eckernförder Bucht an der Ostsee ist nicht das einzige Gewässer in Norddeutschland, das von massivem Fischsterben betroffen ist. Auch in der Elbe werden immer wieder tote Heringe, Aale und Stinte gefunden. Vor allem Naturschützer schlagen deshalb Alarm. Sie vermuten, dass die Elbvertiefung zu dem Massensterben der Fische beiträgt.

Dramatische Bilder gab es in diesem Jahr auch in der südlichen Äquatorhälfte. Vor der australischen Insel Tasmanien strandeten etliche Grindwale – das Ausmaß der toten Tiere war enorm. Auch in Russland, auf der russischen Halbinsel Kamtschatka, starben vor Kurzem massenhaft Tiere. Unzählige tote Robben, Fische und Kraken wurden an den Strand gespült. Selbst die Umweltorganisation Greenpeace sprach von einer „ökologischen Katastrophe“. *24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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