Ehemaliger Marinestützpunkt: Heute ist der Ferienort Olpenitz ein lukratives Anlageobjekt für Investoren.
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Ehemaliger Marinestützpunkt: Heute ist der Ferienort Olpenitz ein lukratives Anlageobjekt für Investoren.

Wo früher die Marine zu Hause war, entsteht seit Jahren ein großes Feriendorf

Ostseeresort Olpenitz wächst

Olpenitz – Jahrzehntelang war das Areal an der Schleimündung bei Kappeln Marinestützpunkt. Seit einigen Jahren werden in Olpenitz Ferienwohnungen und -häuser direkt am Wasser gebaut. Insgesamt sollen hier rund 1 400 Wohneinheiten entstehen. Das sagte der Geschäftsführer von Helma Ferienimmobilien, Per Barlag Arnholm. Knapp die Hälfte davon sei bereits errichtet oder kurz vor der Fertigstellung.

Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen sieht die Entwicklung des Areals nach der Insolvenz der damaligen Betreibergesellschaft vor rund zehn Jahren positiv. Die Stadt profitiere ganz deutlich von dem Feriendorf, sagte Traulsen. So seien etwa neue Gastronomiebetriebe am Hafen dazu gekommen und auch der Einzelhandel mache mehr Umsatz. Das Projekt werde nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen, sondern die Leute vor Ort erkennen das Potenzial.

Die Corona-Pandemie hat keine negativen Auswirkungen auf das Projekt: „Gerade wegen der Pandemie und der Angst um das ,Spargeld‘, sowie der Tatsache, dass Ferien im eigenen Land sicher über Jahre hinweg deutlich steigen, ist die Nachfrage seit Anfang der Pandemie deutlich gestiegen“, sagte Arnholm. Die Auslastung liegt durchschnittlich bei 180 bis 220 Tagen. Viele Einheiten kommen auch an die 300 Vermietungstage ran.

Die meisten, die sich in dem Ressort eine Wohnung oder ein Haus kaufen, sind Kapitalanleger. Die Kunden aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bilden einen Schwerpunkt“, sagte Arnholm.

Der Ferienhausanbieter Novasol vermittelt im Ostseeresort Olpenitz insgesamt 125 Häuser und 13 Wohnungen. Die Nachfrage sei generell hoch, teilte Novasol mit. Vor allem Gäste aus Nordrhein-Westfalen besuchen das Resort, gefolgt von Urlaubern aus Niedersachsen. Viele Reisende kommen den Angaben zufolge aber auch aus der unmittelbaren Umgebung, aus Hamburg oder Schleswig-Holstein.

„Die Auswirkungen der Pandemie spürt man insbesondere an den geringeren Buchungen zur Osterzeit“, heißt es bei dem Ferienhausanbieter. „Ganz im Gegensatz dazu, ist die Zeit im Sommer stark nachgefragt und auch schon gut gebucht.“ Auch bei Novasol ist man sich sicher, dass sich der Trend, im eigenen Land Urlaub zu machen, fortsetzt. „Schon seit mehreren Jahren hat das Interesse und die Nachfrage nach Urlaub im Ferienhaus beziehungsweise in der Ferienwohnung – auch im eigenen Land – stetig zugenommen.“ Durch die momentane Situation habe sich der Trend noch einmal verstärkt.

Problematisch ist hingegen, dass zu Beginn der Pandemie in mindestens einem Fall Vermieter von Hausbooten die vollständige Vorauszahlung eines Kunden in Höhe von 500 Euro ersatzlos und ohne Gegenleistung einbehalten haben. Trotz anderslautender Ankündigungen seitens des Betreibers, hat es bis heute keinerlei Entgegenkommen oder Rückerstattung gegeben. Das hinterlässt Zweifel an der Seriosität einiger Anbieter von Ferienhäusern in Openitz. dpa/gh

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