Obwohl im November und im Dezember der „Trump-Effekt“ auszumachen war, haben die meisten Parteien im Land im vergangenen Jahr Mitglieder verloren. - Foto: dpa
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Obwohl im November und im Dezember der „Trump-Effekt“ auszumachen war, haben die meisten Parteien im Land im vergangenen Jahr Mitglieder verloren.

Grüne, FDP und AfD verzeichnen Zulauf

Parteien im Norden spüren „Trump-Effekt“

Kiel - Die meisten politischen Parteien im Land haben 2016 weiter an Mitgliedern verloren. SPD, Grüne und FDP verzeichneten aber einen „Trump-Effekt“. Die im Norden gemeinsam mit Grünen und SSW regierende SPD gewann im November und Dezember je 100 neue Genossen hinzu. Sonst gebe es etwa 25 Eintritte pro Monat, sagte Landesgeschäftsführer Christian Kröning. Trotzdem verliert seine Partei weiter Mitglieder. Aktuell haben noch 16.900 Menschen im Land ein SPD-Parteibuch. Vor einem Jahr waren es rund 17.400 gewesen.

Die Grünen gewannen im Vergleich zu Ende vergangenen Jahres 146 Mitglieder dazu. Der Partei gehören nun 2 349 Schleswig-Holsteiner an. „Viele Neue, die schon vorher mit den Grünen sympathisiert haben, wurden durch die politische Entwicklung – dem Rechtspopulismus in Europa und erst recht nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA – jetzt dazu motiviert, sich bei den Grünen zu engagieren“, sagte Grünen-Landeschefin Ruth Kastner. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen Monaten merklich gestiegen.

Kein Effekt bei der CDU erkennbar

Auch die FDP verzeichnet ein Plus. Ihr gehörten Ende November 2 048 Mitglieder an – 39 mehr als Ende 2015. „Tatsächlich erleben wir in den vergangenen Wochen einen Anstieg der Mitgliederzahlen durch junge Menschen, die ihren Parteieintritt mit dem Ausgang der US-Präsidentenwahlen begründen“, sagte FDP-Landeschef Heiner Garg. Aber auch der Anstieg demokratieverachtender Äußerungen bewege offenbar viele, sich politisch zu engagieren. „Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die verstärkte Beteiligung in demokratischen Parteien die Reaktion auf aufkeimenden Rechtspopulismus ist.“

Bei der CDU war dagegen kein „Trump-Effekt“ erkennbar. Die mitgliederstärkste Partei im Norden hatte Ende November 19.651 Mitglieder, 643 weniger als Ende 2015. Auch der SSW, die Partei der dänischen und friesischen Minderheit, hat mit 3500 nun 50 Mitglieder weniger als vor einem Jahr.

Konstanten Zulauf meldet dagegen die rechtspopulistische AfD. Sie gewinnt nach eigenen Angaben pro Monat bis zu 30 neue Mitglieder hinzu. Die Partei hat derzeit rund 980 Mitglieder – nach 750 vor einem Jahr.

dpa

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