Übung verschiedener Gefahren-Situationen möglich

Polizei-Trainingszentrum mit Neidfaktor eröffnet

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Das Abseilen mussten die Beamten eines Spezialeinsatzkommandos bislang von der Aussichtsplattform des Bungsbergs üben.

Eutin - Ob Kneipenschlägerei oder Geiselnahme – in einem neuen Trainingszentrum kann Schleswig-Holsteins Polizei die Bewältigung solcher Einsätze unter realistischen Bedingungen üben. Gestern wurde die rund zehn Millionen Euro teure Anlage eröffnet.

Das Trainingszentrum für die Landespolizei ist auf dem Gelände der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und der Bereitschaftspolizei in Eutin eingeweiht worden. In dem etwa 2 600 Quadratmeter großen Gebäude können Polizisten das Vorgehen in Gefahrensituationen unter verschiedenen räumlichen Bedingungen trainieren. Dazu sind unter anderem eine Bank, eine Gaststätte, eine Wohnung und Treppenhäuser nachgebildet.

„Das Zentrum ermöglicht eine noch stärker zielgerichtete Vorbereitung der Auszubildenden auf den Polizeialltag“, sagte der Leiter der Direktion, Michael Wilksen. „Eine solche Einrichtung hat bislang in Schleswig-Holstein gefehlt“, sagte Landesinnenminister Hans-Joachim Grote (CDU).

Etwa 3 000 Personen sollen das komplexe Trainingszentrum im Jahr nutzen. 

Auf einer Grundfläche von 2 600 Quadratmetern bietet das Trainingszentrum unter anderem rund ein Dutzend Szenariobereiche, wo angehende Polizisten und gestandene Beamte die unterschiedlichsten Einsatzsituationen trainieren können. So seilten sich gestern Beamte eines Spezialeinsatzkommandos vor den Augen des Innenministers in einem Treppenhaus ab. „So etwas mussten wir früher auf der Aussichtsplattform des Bungsbergs üben“, sagte ein Sprecher der Landespolizei. Im Ernstfall verschaffen sich Polizisten auf diese Weise von außen Zugang zu einem verschlossenen Gebäude.

Etwa viereinhalb Jahre haben Planung und Bau gedauert, rund zehn Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Zu den Szenariobereichen gehören auch eine Polizeiwache, ein Hotelzimmer mit hoteltypischer Schließanlage, eine Bank, eine Arztpraxis und eine Gaststätte. „Alle Themenräume sind variabel, wir können aus der Bank auch ein Büro eines Arbeitsamtes machen, wenn das erforderlich ist“, sagte Einsatztrainer Jörg Wensien.

Michael Wilksen (l.), Leitender Polizeidirektor, und Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) bei der Eröffnung.

Grote schätzt, dass bis zu 3 000 Menschen im Jahr das Trainingszentrum nutzen werden, darunter rund 1 000 Polizeianwärter. „Es gibt nur wenige so komplexe Einrichtungen wie diese in Deutschland, deshalb schauen Polizeibehörden aus anderen Bundesländern und auch aus dem Ausland ein wenig neidvoll auf Schleswig-Holstein“, sagte Grote. 

dpa

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