Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein.
+
Bildungsministerin Karin Prien hofft bei der Umsetzung von Ganztagsbetreuung an Grundschulen auf einen offenen Dialog.

Prien sagt offenen Dialog zu

Umsetzung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird zum Kraftakt

Von Politik und Eltern gewollt, aber teuer: Künftig dürfen alle Grundschüler eine Ganztagsbetreuung beanspruchen. Die Umsetzung wird ein finanzieller und personeller Kraftakt, wie eine Landtagsdebatte verdeutlicht.

Kiel – In Deutschland hat jedes Kind in den ersten vier Schuljahren ab 2026 Anspruch auf einen Ganztagsplatz. Über die Umsetzung dieser von Bund und Ländern nach hartem Ringen um die Finanzierung vereinbarten Entscheidung diskutierte am Freitag der Landtag in Kiel. Bildungsministerin Karin Prien kündigte einen offenen Dialog mit allen relevanten Akteuren an. Die Umsetzung werde ein großer finanzieller Kraftakt für das Land, sagte die CDU-Politikerin.

Bund und Länder verständigen sich auf Kostenverteilung

Bund und Länder hatten sich auf die Kostenverteilung verständigt. Ines Strehlau von den Grünen nannte in der Landtagsdebatte Zahlen: Die Landesregierung schätze den einmaligen Gesamtbedarf für investive Maßnahmen auf rund 310 Millionen Euro. Dazu kämen Personalkosten als strukturellen Kosten für die Ganztagsangebote. Die Regierung rechne mit laufenden Kosten in Höhe von 300 Millionen Euro jährlich. „Da wird eine große Finanzierungslücke bleiben, obwohl der Bund bei den Betriebskosten noch eine Schippe drauf gelegt hat und jetzt gut 40 Millionen Euro in Schleswig-Holstein ankommen werden“, sagte Strehlau.

Mit der Regelung für die Grundschulen werde eine letzte Lücke geschlossen, nachdem es bereits einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Kitas und Krippen gebe, sagte CDU-Fraktionschef Tobias Koch. Nun müssten das Land und die Kommunen die Finanzierung miteinander abstimmen.

Ganztagsbetreuung als großer Meilenstein

Ganztagsbetreuung reiche nicht aus, sagte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat. „Wir wollen Ganztagsbildung.“ Die Landesregierung stehe jetzt in der Pflicht, ein Konzept zur Umsetzung des Rechtsanspruchs zu entwickeln. Auch Strehlau betonte den Bildungsaspekt: „Die Schulen müssen zu Ganztagsschulen werden.“

Ministerin Prien sprach von einem großen Meilenstein und einem überfälligen Schritt. Die Beteiligung des Bundes an den Kosten sei notwendig. Prien kündigte an, kurzfristig werde es Gespräche mit den kommunalen Landesverbänden zur Finanzierung geben. Es werde auch eine feste Arbeitsgruppe gebildet. Der Ausbaubedarf bei der Ganztagsbetreuung solle ermittelt werden. Benötigt würden mehr Fachkräfte. Diese zu gewinnen, sei eine große Herausforderung.  dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.