Hunderte Aktivisten demonstrieren vor Düngerfabrik

Proteste vor Yara

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Umweltschützer marschieren zu der Düngemittelfirma Yara und versuchen, die Produktion zu stören. Die Organisation Free the Soil hatte zum Ungehorsam gegen eine der größten Stickstoff-Kunstdüngemittelfabriken aufgerufen.

Mehrere Hundert Umweltschützer haben gestern vor der Düngemittelfirma Yara in Brunsbüttel für eine Agrarwende demonstriert. „Uns ist wichtig, dass die Verbindung zwischen industrieller Landwirtschaft und dem Klima-Chaos gesehen wird“, sagte eine Sprecherin der Organisation Free the Soil (Befreien wir die Böden). Die Aktivisten sprachen von rund 500 Teilnehmern. Die Polizei ging von gut 350 aus. Aus Sicht der Beamten verlief die Aktion unauffällig und ruhig.

Brunsbüttel – Die Aktivisten sehen die Agrarindustrie als einen der größten Zerstörer des Klimas. Die Düngemittelfabrik in Brunsbüttel gehört zum norwegischen Yara-Konzern und ist eine der größten Stickstoff-Kunstdüngemittelfabriken in Europa. Yara selbst schreibt auf seinen Internetseiten, „unsere Umwelt- und Industrielösungen tragen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung von Emissionen bei“.

Schon seit vergangenem Donnerstag haben die Umweltschützer im nahe gelegenen Sankt Margarethen im Kreis Steinburg ein Klimacamp errichtet. „Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung und wie es abgelaufen ist“, sagte die Sprecherin von Free the Soil. Auch die Polizei teilte mit, dass das Camp ruhig und ohne besondere Vorkommnisse verlaufe.

Insgesamt wurden bis gestern Vormittag 16 Menschen in Gewahrsam genommen. So wurden unter anderem zwei Fahrzeuge kontrolliert, deren Insassen ihre Gesichter geschwärzt hatten und die Stirnbandlampen trugen. Ein Teil hatte zudem die eigenen Fingerkuppen manipuliert. Die Personen wurden aus Gründen der Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen. Gestern Morgen stellte die Bundespolizei zudem fest, dass auf der Bahnstrecke zwischen Wilster und Brunsbüttel Schrauben am Gleis gelöst und das Schotterbett in Teilen entfernt wurde. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, später aber wieder entlassen.  dpa

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