20 Prozent weniger Blutspenden in Ferien

Ein Mitarbeiter hängt in der Herstellungsabteilung des DRK Beutel mit Blutspenden zur Filtration auf. In den Herbstferien sind die Vorräte an bestimmten Blutkonserven erneut spürbar gesunken. Foto: Christian Charisius/dpa

Kiel – Aufgrund der Herbstferien sind die Vorräte an Blutkonserven in den vergangenen Tagen wieder spürbar gesunken. „Wenn während der Urlaubs- und Reisezeit ansonsten regelmäßige Blutspender aufgrund von Auslandsreisen nicht als Spender zur Verfügung stehen, kann schnell das Risiko eines Engpasses in der Blutversorgung entstehen“, sagte Susanne von Rabenau, Sprecherin des Blutspendedienstes Nord-Ost des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Bereits in dieser Woche seien bei einigen Blutspendeterminen gut 20 Prozent weniger Spender erschienen als erwartet. Das hat Auswirkungen auf die Anzahl der Blutreserven. DRK-Statistiken zufolge sind diese bei zwei Blutgruppen derzeit besonders spürbar: So sind die Vorräte von Präparaten der Blutgruppen A Rhesus negativ und 0 Rhesus negativ in den Depots im Moment besonders gering. Aktuell könne beispielsweise die Versorgung mit der Blutgruppe 0 negativ aktuell nur für knapp einen Tag sichergestellt werden, sagte von Rabenau. Das sei wenig, aber noch könne die Versorgung garantiert werden. „Die Entwicklung wird von uns täglich genau beobachtet. Derzeit betrachten wir die Lage aber noch nicht als angespannt.“

Insgesamt gibt es vier verschiedene Blutgruppen, die sich zusätzlich in den Rhesuseigenschaften unterscheiden: A, B, AB und 0. Die Rhesuseigenschaften werden durch Minus oder Plus angezeigt. Dem DRK zufolge hat mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland die Blutgruppe A+ und ein weiteres Drittel die Blutgruppe 0+. Am seltensten sind die Blutgruppen mit dem Rhesusfaktor negativ. In Schleswig-Holstein und Hamburg werden im Jahr etwa 122 000 Blutspenden auf etwa 2 100 Spendeterminen entnommen. Die Zahl sinke seit Jahren sagte von Rabenau. Der Bedarf aber bleibe hoch. Und der liegt bei etwa 500 Blutspenden am Tag. Die daraus gewonnenen Präparate – Blutplasma, weiße Blutplättchen und rote Blutkörperchen – sind teilweise nur vier Tage lang haltbar, die Präparate aus roten Blutkörperchen halten bis zu 42 Tage. In den meisten Fällen werden die Blutpräparate für Krebspatienten, Herzkranke und Menschen mit Magen- und Darmerkrankungen genutzt.  dpa

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