Aktivisten blockieren Schlachthof in Kellinghusen

Rauchschwaden bei Tönnies

„Kämpft für alle Geschöpfe und unseren Planeten bis alle frei sind“: Aktivisten stehen mit Banner und Rauchbomben auf dem Dach des Schlachthofs Thomson, der zu Tönnies gehört, und protestieren gegen Massentierhaltung. Fotos: dpa

Kellinghusen – Aktivisten von „Tear Down Tönnies“ haben gestern einen Schlachthof in Kellinghusen im Landkreis Steinburg besetzt. Damit wollten sie sowohl gegen Massentierhaltung demonstrieren als auch auf „jegliche Art von Tierausbeutung“ aufmerksam machen, twitterte die Initiative. „Massentierhaltung und irrationaler Fleischkonsum“ seien nicht nur unmenschlich, sondern auch Klimakiller.

Nach eigenen Angaben blockierten sie zwei Eingänge, durch die sonst bis zu 6 000 Schweine am Tag in den Schlachthof gebracht würden. Die Aktion richte sich gegen den Betrieb und die Fleischindustrie als Ganzes. Das Unternehmen Tönnies, zu dem auch der Schlachthof in Kellinghusen gehört, sei marktführend in Deutschland.

An der „absolut friedlichen“ Aktion haben insgesamt 26 Demonstranten teilgenommen, sagte Polizeisprecher Stefan Hinrichs. Die Aktivisten kletterten unter anderem auf das Dach der Schlachterei, andere ketten sich am Außenzaun des Geländes an.

Die Polizei nahm Ermittlungen auf wegen Hausfriedensbruchs beziehungsweise Nötigung. Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Aktivisten seien lediglich zur Feststellung der Personalien kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden.

Der Bundestagsabgeordnete Lorenz Gösta Beutin (Die Linke) begrüßte die Blockade, „die sich gegen die Fleischindustrie insgesamt wendet. Diese Fleischfabriken sowie die Massentierhaltung müssen umgehend gestoppt werden, da sie sowohl gegen die Gesundheit von Menschen als auch gegen das Tierwohl verstoßen“, teilte er schriftlich mit.  dpa

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