Gutachter sollen Bedarf ermitteln

Regierung will Frauenhäuser sanieren

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Die Hilfeeinrichtungen für Frauen im Land sollen jetzt endlich saniert werden.

Kiel - Opfer häuslicher Gewalt können in Schleswig-Holstein Zuflucht in einem der 16 Frauenhäuser finden. Doch viele von ihnen sind in keinem baulich guten Zustand. Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack kündigte deshalb gestern im Landtag ein Gutachten über die Zahl der Plätze und die Finanzierung an.

„Es geht dabei nicht nur um den Bedarf an sich, sondern auch um die geografische Zuordnung im Land“, sagte die CDU-Politikerin. Nur drei Einrichtungen seien in relativ neuen Gebäuden untergebracht.

Die Investitionen müssen laut Sütterlin-Waack schnell erfolgen, „weil die Sanierungen oft dringend notwendig sind“. Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will die Mittel für Sanierung und Neubau auf 6,3 Millionen Euro erhöhen. „Die Frauenhäuser in unserem Land sind in die Jahre gekommen, aber sie sind immer noch notwendig“, sagte die SPD-Abgeordnete Beate Raudies. Investitionen seien dringend nötig. „Es kann doch nicht sein, dass Frauen immer noch in Vierbettzimmern unterkommen müssen.“

Im November hatte sich der Landtag einstimmig für ein Sofortprogramm für die Frauenhäuser ausgesprochen. Nach Angaben des Gleichstellungsministeriums suchten im vergangenen Jahr 1 567   Frauen die Einrichtungen auf, darunter auch knapp 200 aus Hamburg. Im Gegenzug kommen aber auch Frauen aus Schleswig-Holstein in der Hansestadt unter.

Gut 322 Plätze in Frauenhäusern gibt es im Norden. Die hohe Auslastung ist aber auch dem Mangel an Wohnraum geschuldet. Laut den Einrichtungen lebten im vergangenen Jahr 97 Frauen und Kinder länger als ein Vierteljahr in einem der Frauenhäuser, 124 Frauen und Kinder länger als ein Jahr. 

dpa

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