Die SPD im Norden hat gut lachen: Mit Rückenwind kommen die Sozialdemokraten aus der Bundestagswahl. Bei der Landtagswahl 2022 wollen Landesvorsitzende Serpil Midyatli und Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller raus aus der Opposition und rein in die Regierung.
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Die SPD im Norden hat gut lachen: Mit Rückenwind kommen die Sozialdemokraten aus der Bundestagswahl. Bei der Landtagswahl 2022 wollen Landesvorsitzende Serpil Midyatli und Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller raus aus der Opposition und rein in die Regierung.

Landtagswahl 2022

SPD schöpft neuen Mut: Regierungswechsel in Schleswig-Holstein vor Augen

Deutliche Gewinne für die SPD, massive Verluste der Union: Die Sozialdemokraten werten den Ausgang der Bundestagswahl als Rückenwind für die Landtagswahl im Mai. Aber Auch CDU-Ministerpräsident Günther gibt sich optimistisch. Er setzt auf seinen Amtsbonus.

Kiel / Rendsburg – Die einen schöpfen neuen Mut, die anderen üben sich in Optimismus: Gut sieben Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein werten die Sozialdemokraten den Ausgang der Bundestagswahl im Norden als gute Grundlage für einen Regierungswechsel nach der Wahl am 8. Mai 2022. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gab sich trotz des schlechten Abschneidens seiner Partei bei der Bundestagswahl zuversichtlich.

SPD-Landesvorsitzende Midyatli wertet Ausgang der Bundestagswahl als Rückenwind

Serpil Midyatli, SPD-Landesvorsitzende, wertete den Wahlausgang im Norden als Rückenwind für die Landtagswahl. „Wir starten von der Pole Position hier in Schleswig-Holstein“, sagte Midyatli in Rendsburg. Das Ergebnis zeige, dass eine Mehrheit für Rot-Grün oder eine „Küstenkoalition“ aus SPD, Grünen und SSW möglich sei. „Es bestätigt auch unsere Annahme, dass Schleswig-Holstein kein konservatives Land ist.“

Die SPD ging in Schleswig-Holstein am Sonntag klar mit 28 Prozent als stärkste Kraft aus der Wahl hervor. Die mit Grünen und FDP regierende Union kam nur auf 22 Prozent. Die Sozialdemokraten gewannen auch sieben der elf Wahlkreise, die CDU nur zwei. Vor vier Jahren hatte die CDU noch zehn Sitze direkt geholt.

Ziel der SPD: Auch bei der Landtagswahl 2022 vor der Union liegen

„Das Ergebnis gibt uns noch mal Aufwind für die nächsten Monate“, sagte Midyatli. Ziel sei, auch im Mai 2022 vor der Union von Ministerpräsident Günther zu liegen. „Wir merken schon, dass Jamaika fertig hat. Sie haben keine gemeinsamen Ziele und Projekte mehr.“

Midyatli betonte, dass es große Schnittmengen mit den Grünen gebe. Deren Landesvorsitzende Anna Tranziska sagte jedoch, dass es für einen Blick auf Wunsch-Koalitionen nach der Wahl im Norden noch zu früh sei. „Der Bundestagswahlkampf hat gezeigt, wie schnell sich Stimmungen und Kräfteverhältnisse drehen können.“

Mit 18,3 Prozent schnitten die Grünen bei der Bundestagswahl in Schleswig-Holstein besser ab als im Bund – insgesamt holte die Partei 14,8 Prozent aller Wählerstimmen. Die Grünen regieren im Norden seit 2017 mit CDU und FDP in einem Jamaika-Bündnis.

CDU-Ministerpräsident Günther: Durch bundesweite Stimmungslage nicht nervös werden

Am Sonntag habe die Union in allen Bundesländern klare Verluste erlitten, sagte der CDU-Landesvorsitzende Günther in Kiel. Bei Landtagswahlen werde jedoch mit anderen Maßstäben gemessen. Dabei gebe es immer eine Tendenz zu den Amtsinhabern, so Günther. „Von daher machen wir uns, glaube ich, in Schleswig-Holstein im Moment nicht zu viele Sorgen mit Blick auf die Landtagswahl.“ Vielmehr habe die Union eine Bundestagswahl zu verarbeiten.

Von einer bundesweiten Stimmungslage müsse man sich allerdings nicht nervös machen lassen, sagte Günther. Er wünsche sich aber schon lieber ein Umfeld, in dem die Union wieder Tritt gefasst habe. In Schleswig-Holstein habe die CDU auch unter der Zugkraft von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Hamburger Umland und Grünen-Chef Robert Habeck gelitten.  dpa

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