Per Scan Betrüger überführen

Meldestellen im Land werden mit neuen Prüfgeräten ausgestattet

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Die neuen Prüfgeräte in Meldestellen der Kreise und Städte des Landes sollen bis zu 1 800 verschiedene Dokumente erkennen und den Mitarbeitern helfen, gefälschte Ausweise zu erkennen.

Kiel - Scanner für Pässe und Ausweise sollen den Mitarbeitern in Schleswig-Holsteins Behörden bei der Entdeckung ver- und gefälschter Dokumente helfen. „Es geht dabei nicht nur darum, gefälschte Dokumente von Flüchtlingen erkennen zu können“, sagte Innenstaatssekretärin Kristina Herbst (CDU) am Donnerstag.

Mit gefälschten Dokumenten erschaffen Betrüger neue Identitäten und erschleichen damit beispielsweise Sozialleistungen oder eröffnen Konten. In einem ersten Schritt werden 50 Meldestellen und Zulassungsstellen bis Jahresende mit den Scannern ausgestattet. 200 weitere Prüfsysteme sollen folgen. 

Die Kosten betragen rund 800.000 Euro. Vertreter der Kommunalen Landesverbände hätten die Landesregierung um Hilfe gebeten, sagte Herbst. „Der Grund war, dass viele Behördenmitarbeiter im Land verunsichert waren. Sie waren unsicher, ob sie tatsächlich immer ver- und gefälschte Ausweisdokumente ohne technische Unterstützung entdecken würden.“

Bis zu 1 800 verschiedene Dokumente soll der kleine Kasten Visocore erkennen können. „Es ist eine deutsche Entwicklung und wird auch in Deutschland produziert“, sagte der zuständige Referatsleiter im Innenministerium Guido Schlütz. Die Software zeigt auf dem Computer rasch nach dem Scannen eines Dokumentes an, wenn damit etwas nicht stimmt. 

In der Vergangenheit wurden immer wieder Fälle bekannt. „2017 wurden 391 gefälschte Dokumente sichergestellt“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts. In 504 weiteren Fällen habe sich der Verdacht nicht bestätigt. Im laufenden Jahr registrierte die Polizei 244 gefälschte Dokumente, weitere 186 stellten sich bei der Überprüfung als echt heraus.

Herbst sagte, eine rasche Überprüfung insbesondere ausländischer Dokumente sei entscheidend, um Falsch- und Doppelidentitäten aufdecken und vermeiden zu können. „Wir werden damit aber nicht jeglichen Betrug eindämmen können.“ Die Mitarbeiter in den Behörden müssen gefälschte Ausweise aber zuverlässig erkennen können und einziehen.

Zunächst werden von November an das Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster und Boostedt, Meldebehörden und Zulassungsstellen der kreisfreien Städte und die Kreise mit den Scannern ausgestattet und deren Mitarbeiter geschult. „Wir sind überzeugt davon, dass wir mit dieser Initiative die Sicherheit erhöhen werden und dass wir durch die Ausstattung mit Dokumentenprüfsystemen mögliche Betrüger besser entlarven können“, sagte Herbst.

dpa

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