Asyl-Antragsbestand mit 7 556 weiter hoch

Weniger neue Verfahren

Schleswig - Beim Verwaltungsgericht in Schleswig sind im ersten Halbjahr deutlich weniger neue Asylverfahren eingegangen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Gerichts von gestern sank die Zahl von 6 044 auf 2 717. Das entspricht im statistischen Durchschnitt aber immer noch etwa der Größenordnung von 2016, als 5 209 Verfahren eingeleitet worden waren.

Im Rekordjahr 2017 waren bei dem schleswig-holsteinischen Verwaltungsgericht 9 315 neue Verfahren eingegangen und 4 529 erledigt worden. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres wurden 2 855 Verfahren abgeschlossen. Dabei wurden 73 Prozent der Anträge abgelehnt. Elf Prozent wurde teils oder ganz stattgegeben. Trotzdem liegt der aufgelaufene Bestand derzeit immer noch bei 7 556 Verfahren. Das sind nur 136 weniger als vor einem Jahr.

Von den im ersten Halbjahr eingegangenen Asylverfahren entfielen 25 Prozent auf Menschen aus Afghanistan. Es folgen Armenien (13), der Irak (zwölf) und Syrien (neun). Ein Hauptsacheverfahren dauerte im Durchschnitt 9,3 Monate und damit deutlich länger als in den beiden Vorjahren. Das hat mit den gesunkenen Eingangszahlen zu tun: Sie führten dazu, dass das Gericht anteilig weniger Eilverfahren zu entscheiden hatte und es sich mehr den Hauptsacheverfahren widmen konnte, die in der Zwischenzeit liegen geblieben waren. Ein Eilverfahren dauerte im Schnitt zuletzt 1,3 Monate.

Auf die im Jahr 2015 sprunghaft gestiegenen Flüchtlingszahlen hatte das Land mit der Aufstockung von Richter- und weiteren Stellen am Verwaltungsgericht reagiert. Für 2019 sind am Oberverwaltungsgericht vier weitere Stellen geplant, drei davon für Richter. 

- dpa

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