Bewerbungsfrist beginnt im Frühjahr

Schöffenamt ist in Schleswig-Holstein sehr beliebt

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Ehrenamtliche Richter entscheiden gemeinsam mit hauptamtlichen Juristen über Recht und Unrecht. 

Kiel - Im Gegensatz zu anderen Ehrenämtern haben Schöffengerichte im Norden keine Nachwuchssorgen. „In Schleswig-Holstein erfreut sich das Schöffenamt glücklicherweise von je her einer großen Beliebtheit“, sagte Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Bei der letzten Schöffenwahl 2014 sei es kein Problem gewesen, die erforderliche Zahl freiwilliger Bewerber zu finden.

Das wird nach Einschätzung des Landgerichts Flensburg bei der kommenden Wahl ähnlich sein. „Wir gehen davon aus, dass es genug Interessierte gibt“, sagte Gerichtssprecher Stefan Wolf. Alle fünf Jahre müssen die Gemeinden Vorschlagslisten für die Wahl der Schöffen an den vier Landgerichten Kiel, Lübeck, Flensburg und Itzehoe sowie den Amtsgerichten vorlegen. Voraussichtlich im Frühjahr rufen die Kommunen zu Bewerbungen für die Amtsperiode 2019 bis 2023 auf. Gesucht werden insgesamt mehr als 1800 Haupt- und Hilfsschöffen.

Allein im Bezirk des Landgerichts Lübeck mit seinen sechs Amtsgerichten werden 422 Erwachsenen- und 132 Jugendschöffen gesucht. „Eine erneute Wahl ist möglich und kommt nicht selten vor“, sagte Landgerichts-Sprecher Stephan Bahlmann. Auch der Meldorfer Amtsrichter Nils Meppen sagt: „Dort ist es tatsächlich so, dass Schöffen in der Regel das Amt behalten möchten, so lange es gesetzlich möglich ist.“

Für Ministerin Sütterlin-Waack – selbst Juristin – haben Schöffen ein verantwortungsvolles und gesellschaftlich wichtiges Ehrenamt. „Die Urteilsformel ,Im Namen des Volkes‘ wird vor allem durch die Mitwirkung nicht juristisch ausgebildeter Bürger als ehrenamtliche Richter im Strafprozess mit Leben gefüllt“, sagte sie. Deren Mitwirkung sei wichtig, „weil sie ihre Lebens- und Berufserfahrung, ihr Urteil, ihre eigenen Wertungen und ihren Gemeinsinn in die gerichtliche Entscheidung einbringen“. Dadurch blieben die Urteile im besten Fall auch für die Bürger verständlich und nachvollziehbar.

Ehrenamtliche Richter wirken mit den gleichen Rechten und Pflichten wie die Berufsrichter bei der Urteilsfindung im Strafverfahren mit. Sie entscheiden gleichberechtigt und gemeinsam über Schuld oder Unschuld der Angeklagten. 

dpa

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