Beschäftigten-Rekordzahl im Land

Weniger als 90.000 Menschen ohne Job

Es geht aufwärts mit den Beschäftigtenzahlen im Land – und das stetig. J Foto: dpa

Kiel - Seit einem Vierteljahrhundert ist die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein in einem September nicht so niedrig gewesen wie diesmal. „Erstmals sind es weniger als 90 000, also das ist schon was!“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, zu den neuen Monatszahlen.

Rund 89.600 Menschen waren im September arbeitslos – ein Rückgang im Vergleich zum August um 4300 Arbeitslose oder 4,6 Prozent. Im Vergleich zum September 2016 sank die Arbeitslosenzahl um 1000. Die Arbeitslosenquote beträgt jetzt 5,8 Prozent (August: 6,1). Im September vergangenen Jahres waren es sechs Prozent. Auch bundesweit sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 5,5 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein profitiert von der saisonal typischen Herbstbelebung“, sagte Haupt-Koopmann. Das zeige auch die hohe Zahl der aktuell offenen Stellen. 55.400 sozialversicherungspflichtige Jobs wurden seit Januar gemeldet. Ihre Zahl liege damit nur knapp unter dem sehr hohen Niveau des Vorjahres (minus 800).

„Ich gehe fest davon aus, dass wir im Zuge der Herbstbelebung auch im kommenden Monat für Schleswig-Holstein einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit melden können“, sagte Haupt-Koopmann.

Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 sank überproportional im Vormonatsvergleich um 1 800 Personen auf 10.000. Auch das ist jahreszeitlich üblich. „Speziell junge Fachkräfte, die nach ihrer Ausbildung nicht übernommen wurden und daher im Sommer kurzfristig arbeitslos waren, sind nun wieder in Arbeit“, so Haupt-Koopmann.

Integration auf einem guten Weg

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sieht die Chefin der Regionaldirektion trotz Problemen auf einem guten Weg. Zwar sei jeder zehnte Arbeitslose in Schleswig-Holstein ein Flüchtling aus den acht zahlenstärksten Asylherkunftsländern – Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Migrationsforscher gingen aber davon aus, dass im ersten Jahr zehn Prozent und nach fünf Jahren 50 Prozent Arbeit gefunden hätten.

Im vergangenen Jahr seien 1000 Flüchtlinge auf dem ersten Arbeitsmarkt untergekommen, in diesem Jahr bis August aber bereits 1 400 – ohne den Herbstaufschwung mitgerechnet, sagte Haupt-Koopmann. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt zurückging, stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Vergleich zum September 2016 um 3500 auf 19.100.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit unter den Kreisen hat nach wie vor Stormarn mit 3,4 Prozent (August: 3,5 Prozent), die höchste Dithmarschen mit 6,5 Prozent (6,8). Bei den kreisfreien Städten hat Lübeck mit 8,5 Prozent (8,7) die niedrigste Quote und Kiel mit 9,1 Prozent (9,5) die höchste.

dpa

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