Von Krügen bis zur Brautkrone: Ausstellung im Hansemuseum Lübeck

Silberglanz und Silbergier – Bergen zeigt seine Schätze

Silberne Deckelhumpen aus dem 17. Jahrhundert werden im Hansemuseum in Lübeck ausgestellt. - Foto: dpa

Lübeck - Krüge, Schalen und Pokale, dazu Gürtel und Brautkronen – eine im wahrsten Sinne der Wortes glänzende Ausstellung ist in den nächsten elf Wochen im Europäischen Hansemuseum in Lübeck zu sehen. Die kunstvoll gestalteten Objekte aus dem 16. bis 18. Jahrhundert gehören zum Silberschatz der Kode Kunstmuseen in Bergen, der jetzt erstmals außerhalb Norwegens gezeigt wird.

„Das ist eine Zusammenarbeit ganz im Sinne der Hanse, schließlich war Bergen eine der vier Kontorstädte der Hanse und hat lange Zeit den Handel im Hanseraum dominiert“, sagte die Direktorin des Museums, Felicia Sternfeld, am Dienstag.

„Im späten Mittelalter war Bergen ein Zentrum der Silberschmiedekunst. Hier arbeiteten norwegische, deutsche und dänische Handwerker, die sich gegenseitig beeinflussten“, sagte Ausstellungskurator Trond Indahl. Die rund 260 Exponate – alle vor schwarzen Wänden in gesicherten Vitrinen – zeigen die Entwicklung der Silberschmiedekunst und des Zeitgeschmacks von der Renaissance bis zum Barock. Zu sehen sind zierliche „Hansebecher“ mit figürlichen Füßchen und schlichter Rankenverzierung, aber auch mächtige Deckelkrüge, die nur von kräftigen Männern gestemmt werden konnten. Auch reich verzierte Zunftpokale sind zu sehen, wobei die üppiger gestalteten Gefäße den Meistern einer Zunft vorbehalten waren.

Zu den Abnehmern der luxuriösen Produkte aus Bergen zählten vor allem ausländische Kaufleute, die wohlhabende städtische Oberschicht, aber auch reiche Bauern und Fischhändler. Die kauften Silber aber nicht nur wegen seiner Schönheit. „Weil es in Norwegen bis 1816 keine Bank gab, nutzten viele Silber auch als Geldanlage“, sagte Indahl. Dafür bevorzugte man neben Löffeln für den kleinen Geldbeutel größere Humpen und Kannen, auf deren Unterseite oft das genaue Gewicht eingraviert war. Auch solche Stücke sind in der Ausstellung zu sehen.

„Als wirtschaftshistorisches Museum wollen wir aber auch die Schattenseiten des Edelmetalls zeigen“, sagte Sternfeld. So steht die Silbergier neben dem Silberglanz. Die Ausstellungsbesucher erfahren, wie die europäischen Eroberer die südamerikanischen Silberadern ausbeuteten und wie der Überfluss an Silber in Europa zum Wertverlust des Edelmetalls führte. Die Ausstellung ist von Mittwoch an bis zum 26. Februar 2017 für das Publikum geöffnet. - dpa

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