Mit Smartphone auf Verbrecherjagd

Ausweis-Kontrolle mit dem Handy: Polizisten erhalten spezielle Dienst-Telefone

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Dienst-Telefone sollen den Beamten im Norden die Arbeit im Einsatz erleichtern und Vorteile bei Ermittlungsarbeit bringen. 

Kiel - Wenn auf ihrem Smartphone ein rotes Licht aufleuchtet, ist für Schleswig-Holsteins Polizisten im Einsatz künftig Vorsicht geboten. Das ist der Fall, wenn die Prüfung des Ausweises aktuelle Hinweise ergibt beispielsweise auf eine Fahndung oder einen offenen Haftbefehl. Ist alles gut, leuchtet es grün.

Ab dem kommenden Jahr haben Polizisten im Norden im Einsatz Dienst-Smartphones dabei, mit denen sie auch die Echtheit von Ausweisen überprüfen. Das erleichtere den Beamten die Arbeit vor Ort, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Donnerstag. „Beispielsweise kann die Unfallaufnahme auf diese Weise schneller vonstattengehen.“ 

Vor allem erspart die Technik den Beamten Doppelerfassungen. Bislang notieren sie Daten über Verbrecher, Opfer und Tatverdächtige in kleinen Notizbüchern. Zurück auf der Wache folgt dann der Schreibkram. Das verbraucht Papier und birgt natürlich ein Fehlerrisiko. 

Mit ihren Smartphones legen Beamte künftig Vorgänge an, scannen die Daten der Ausweise, machen Fotos oder Sprachaufnahmen. Bei größeren Einsätzen können die Polizisten die Vorgänge zudem bequem teilen. Sie können über die Smartphones auch Fahndungsabfragen starten.

Für 2019 hat die Landesregierung für die Pilotphase 1,2 Millionen Euro eingeplant. Die ersten 50 Geräte soll Anfang 2019 der Streifendienst erhalten, im Jahresverlauf sollen 300 weitere Smartphones mit den speziellen Polizei-Apps folgen. 2020/2021 sollen alle 6 000 Polizisten mit Geräten ausgestattet sein. Zu den Gesamtkosten des Projekts konnte Grote aber noch keine Angaben machen.

Die Smartphones der Polizisten selbst sind zwar handelsüblich, die darauf installierten Apps wie beispielsweise die polizeiliche Vorgangssoftware @rtus aber nicht. Geplant ist auch ein Messenger-Programm für die Beamten.

Sämtliche Software entspricht nach Angaben des IT-Dienstleisters Dataport den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Und auch für den möglichen Verlust oder Diebstahl eines der Telefone haben die Planer vorgesorgt. Sobald die Geräte die Verbindung mit dem zentralen Server verlieren, werden sie automatisch gelöscht. „Das Smartphone ist danach wirklich komplett leer“, sagte IT-Projektmanager Michael Roß.

Zeitgemäße IT für die Polizei hatten CDU, Grüne und FDP bereits 2017 in ihrem Koalitionsvertrag verankert. „Wir werden eine zeitgemäße technische Ausstattung aller Dienststellen – nicht nur mit Digitalfunk und internetfähigen Computern – sicherstellen“, heißt es da. 

dpa

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