Die Bar „American Bistro“ in Westerland auf Sylt besuchte ein Gast in der Nacht zum 4. Oktober. Jetzt wurde der Partygänger positiv auf Corona getestet.
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Die Bar „American Bistro“ in Westerland auf Sylt besuchte ein Gast in der Nacht zum 4. Oktober. Jetzt wurde der Partygänger positiv auf Corona getestet.

Infizierter besucht eine Bar / Tests weiterer Gäste ab heute möglich

Sorge vor Corona-Ausbruch auf Sylt

Kiel/Westerland – Die Teilnahme eines corona-infizierten Mannes an einer Party in einer Sylter Bar hat im Kreis Nordfriesland Sorgen vor einer massiven Ausbreitung des Virus geweckt. Das Gesundheitsamt in Husum teilte am Wochenende mit, der Infizierte habe vor dem Auftreten erster Symptome und einem Test das „American Bistro“ in Westerland besucht. Nach seiner Erinnerung seien dort in der Nacht zum 4. Oktober 70 bis 100 Menschen anwesend gewesen.

„Diese Party könnte ein Superspreader-Ereignis werden“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland, Nina Rahder. Das Amt bat alle Personen, die sich in jener Nacht ab 23.30 Uhr in dem Lokal aufgehalten haben, sich über die Hotline 0800/2006622 oder per E-Mail zu melden. Bis gestern seien rund 200 Anrufe eingegangen, außerdem 50 E-Mails, teilte ein Sprecher der Kreisverwaltung mit. Er sprach von einer sehr guten Resonanz des Aufrufs. Erste Tests der Gäste seien ab heute möglich.

Auf das Bußgeld, das eigentlich alle Besucher zahlen müssen, die sich nicht ordentlich in die Kontaktlisten in Lokalen eingetragen hätten, werde verzichtet. „Uns ist es jetzt nur wichtig, die Ausbreitung des Virus zu stoppen“, meinte Rahder. Wer vorsätzlich falsche Kontaktdaten angibt, muss in Schleswig-Holstein seit Ende September 1000 Euro Bußgeld zahlen. Der Kreis Nordfriesland könne durchaus entscheiden, ob er Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten gegen die Partygäste einleite oder nicht. Der Kreissprecher versicherte: „Selbstverständlich werden wir uns an die öffentlich gegebene Zusage halten.“

Im Kreis Nordfriesland, zu dem Sylt gehört, wurden am Wochenende keine neuen Fälle bekannt. Zuletzt waren in den Kreisen Segeberg und Dithmarschen zwei Infektionsherde registriert worden. So wurden 14 Saisonarbeiter eines landwirtschaftlichen Betriebs bei Bad Bramstedt positiv getestet, teilte die Kreisverwaltung in Bad Segeberg mit. In Wesselburen waren bis zum vergangenen Donnerstag 27 Ansteckungen unter dort lebenden Rumänen vom Kreis Dithmarschen bestätigt worden.

Unterdessen wird die Liste der deutschen Kommunen, aus denen Urlauber nur noch mit einem negativen Testergebnis nach Schleswig-Holstein kommen dürfen, immer länger. Gestern nannte die Landesregierung 23 Städte und Kreise, darunter Berlin, Köln, Stuttgart, Frankfurt, Essen und Bremen.  dpa

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