Flemming Meyer
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Flemming Meyer

Nachfolger will der rund 30 Jahre jüngere Christian Dirschauer werden / Wahl am Sonnabend

SSW-Urgestein Flemming Meyer hört auf

Flensburg – Nach 16 Jahren an der Spitze des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) gibt Flemming Meyer den Landesvorsitz ab. Am Samstag wird auf einem Parteitag in Harrislee bei Flensburg ein Nachfolger für den 69-Jährigen als Chef der Partei der dänischen und friesischen Minderheit gewählt. Meyer hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, nicht wieder zur Wahl zur stehen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Meyer sich nach elf Jahren im Landtag aus dem Parlament verabschiedet. SSW-Vize Christian Dirschauer rückte nach. Nun will der 40-jährige Dirschauer Meyer auch als Parteichef beerben. Einen weiteren Kandidaten gab es zunächst nicht.

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte Meyer in Flensburg. Allerdings sei das lachende Auge momentan größer. Denn: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man nach so vielen Jahren gehen kann und weiß, dass da gute Nachfolger sind. Dass da junge, dynamische Leute sind, die übernehmen.“ Es sei ein gutes Gefühl zu wissen, dass weitergeführt werde, woran Generationen gearbeitet hätten. Besonders froh macht Meyer, dass der SSW seit dieser Bundestagswahl wieder mit einem Abgeordneten im Bundestag sitzt. Nach vielen Jahrzehnten der Diskussion hatte sich die Partei 2019 dafür entschieden, wieder bei einer Bundestagswahl anzutreten. Der SSW, der von der Fünf-Prozent-Hürde bei Landtags- und Bundestagswahlen befreit ist, holte genügend Stimmen, um ein Mandat zu erringen.

Er habe sich jahrelang dafür eingesetzt, wieder an Bundestagswahlen teilzunehmen, sagte Meyer. „Es ist mir immer wichtig gewesen, und dass das endlich gelungen ist, und dass das noch in meiner Zeit passieren durfte, freut mich unglaublich.“ Das sei ein sehr schöner Abschluss.

Ganz zurückziehen aus der Partei, in der er als 14-Jähriger eintrat, will sich Meyer nicht. „Dem SSW bleibe ich verbunden. Ich bin Parteimitglied.“ Er werde weiterhin politisch aktiv sein. Er werde sich eine Aufgabe suchen im Ehrenamt. Er brauche Aufgaben. „Das ganze Leben kann ja nicht nur Hobbys sein.“

Ein weiteres zentrales Thema auf dem Parteitag sind neben der Vorsitzendenwahl die Forderungen des SSW an die kommende Bundesregierung. Hierzu will der Landesvorstand einen Beschlussvorschlag vorlegen, dessen Kriterien auch als Grundlage dafür dienen können, wie sich der SSW bei der Kanzlerwahl verhält. Nicht zuletzt die Aufnahme der Minderheiten in das Grundgesetz dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.  dpa

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