Hotelier Detlev Rickmers warnt vor einem Bevölkerungsschwund

Sterben die Helgoländer aus?

Heimat oder nur Urlaubsparadies? Helgoland verliert seine Einwohner. Foto: Marcus Brandt/dpa

Helgoland – Gibt es bald auf Helgoland keine Einheimischen mehr? Der Hotelier Detlev Rickmers ist in Sorge: Es gebe kein Konzept für eine dauerhafte Zukunft der Helgoländer, die Bevölkerung drohe „auszusterben“, wenn die Politik keine großen Veränderungen einleite, erklärte der Unternehmer in einem Schreiben an Bürgermeister Jörg Singer. Die Zahl der ganzjährig auf der Insel Lebenden habe sich seit den 1970er Jahren von etwa 2 700 auf rund 1 350 halbiert.

Singer wies die Kritik zurück: Die Helgoländer seien sich der Hürden und Herausforderungen seit vielen Jahren bewusst, sagte er. „Anders als Detlev Rickmers sehe ich Helgoland auf einem guten Kurs.“

Helgoland werde zu einer Mischung aus Zufluchtsort für die Reichen, Ferienressort, Museumsinsel und Naturschutzreservat, schreibt Rickmers. Das Durchschnittsalter der Einwohner liege bei über 50 Jahren. Heutzutage verlangten Einwohner und Urlauber nach größeren Wohnungen als früher, deshalb fehle viel Wohnfläche. Mit der Digitalisierung würden viele Arbeitsplätze im Handel und im Tourismus auf der Insel entfallen.

Bürgermeister Singer sieht dagegen viele positive Signale für die Bewohner auf Deutschlands einziger Hochseeinsel: „Gerade haben wir beispielsweise mit 70 neuen und bezahlbaren Wohnungen fast 10 Prozent neuen insularen Wohnraum geschaffen.“ Die Inselbevölkerung wachse wieder spürbar, das Durchschnittsalter sei gesunken.  dpa

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