Studenten erhalten neues Gründerstipendium / Volumen liegt bei einer Million Euro

Von der Software im Auto bis zur Versandidee

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R. Meyer

Kiel - Das Land will Hochschulabsolventen mit einem neuen Gründerstipendium den Weg in die Selbstständigkeit ebnen. Das Angebot richte sich an Absolventen, die eine überzeugende technologie- oder wissensorientierte Idee haben mit der Perspektive für ein marktfähiges Startup-Unternehmen, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Donnerstag in Kiel. Dem Land dürfe keine gute Idee zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verloren gehen, betonte Meyer. Es gelte die Innovationskraft von Betrieben zu stärken.

Meyer stellte das insgesamt eine Million Euro teure Programm – es ist zunächst auf vier Jahre befristet – mit Vertretern der eingebundenen Hochschulen Lübeck, Kiel und Flensburg vor. Seit Jahren streben sie eine engere Verzahnung mit der Wirtschaft an und fördern Unternehmensgründungen von Studenten vielfältig. So haben zum Beispiel Doktoranden der Uni Kiel eine Software für eine bessere Kommunikation im Auto entwickelt – die Software unterdrückt Geräusche, so dass sich Menschen zum Beispiel von vorne nach hinten besser miteinander unterhalten können. Ein anderer Student aus Flensburg entwickelte die Idee für den Versand von Balkonpflanzen – und gründete das Unternehmen dann aber in Niedersachsen.

Ziel sei es, Studenten direkt nach dem Studienabschluss bei der Vorbereitung einer Unternehmensgründung zu unterstützen, betonte Meyer. „Stipendiaten erhalten in der Regel sechs Monate, in Ausnahmen bis zu zwölf Monate im Schnitt 1600 Euro monatlich.“ Außerdem stelle die jeweilige Hochschule einen Raum zur Verfügung, und Mentoren beraten die Stipendiaten. Sie sollen die Förderzeit nutzen, um erst einmal einen Businessplan zu erarbeiten.

Mit dem neuen Stipendium werde eine Lücke im Fördersystem für Unternehmensgründungen geschlossen, sagte Meyer. Er erinnerte daran, dass 2011 die damalige schwarz-gelbe Landesregierung die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein geschlossen habe, die bereits ein ähnliches Stipendium vergeben hatte.

„Das neue Stipendium ist eine Weiterenwicklung“, erläuterte Prof. Dirk Ludewig vom Dr. Werner Jackstädt Zentrum der Fachhochschule Flensburg. Prof. Thorsten Buzug, Vizepräsident der Exist-Gründerhochschule der Universität zu Lübeck, sieht Potenzial im Bereich der Medizintechnik. In Lübeck sei dies der Schwerpunkt auch wegen der Verbindung des Campus mit der Universitätsklinik.

Angeboten werden die Stipendien über die „Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein“.

dpa

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