Land unter auf den Halligen / Aufräumarbeiten nach Unwetter

Sturmflut in Nordfriesland

Wegen der bevorstehenden Sturmflut fuhren die Autos am Morgen im Hafen von Dagebüll an Bord der Fähre „Norderaue“. Fotos: dpa

Kiel/Dagebüll – Geschlossene Fluttore, überflutete Anleger und Land unter auf den Halligen – nach dem Unwetter mit Orkanböen am Sonntag und in der Nacht ist es am Montagnachmittag an der nordfriesischen Küste zur einer Sturmflut gekommen. Es ist bereits die dritte in diesem Winter. Unter anderem standen die Fähranleger in Dagebüll und Wyk auf Föhr unter Wasser.

Die Fluttore, die Wyk vor den Nordseefluten schützen sollen, waren geschlossen, sagte eine Mitarbeiterin des Amtes Föhr-Amrum. Der Hafen sei übergelaufen, und zum Fähranleger käme man derzeit auch nicht, sagte die Mitarbeiterin. Auf Bildern von Webcams war zu sehen, wie das Wasser Seebrücken überspülte und stellenweise bis auf die Promenade vordrang. Auch an den Sylter Stränden nagten die Fluten.

In Dagebüll wurde am Montag nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ein Pegelstand von 2,18 Metern über dem mittleren Hochwasser gemessen. In Husum wurde das mittlere Hochwasser um 2,28 Meter überschritten. In Wittdün auf Amrum wurde ein Pegelstand von 1,97 Metern über dem mittleren Hochwasser gemessen. Die Fährfahrten nach Amrum und Föhr sowie zu den Halligen fielen aus. Auch heute kommt es wegen der erwarteten erhöhten Hochwasserstände zu Behinderungen im Fährverkehr nach Amrum und Föhr. Einige Überfahrten am Mittag und Nachmittag fallen aus. Die Verbindungen zu den Halligen fallen ganz aus.

Im Rest des Landes ist nach dem heftigen Unwetter weitgehend der Alltag eingekehrt. Ausläufer des Orkantiefs „Sabine“ hatten im Land am Sonntag mit Sturmböen von mehr als 100 Stundenkilometern Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen lassen. Die Leitstellen im Land meldeten allein bis Montag mehr als 1 200 Sturm-Einsätze. Allerdings kam es auch am Montag noch zu zahlreichen Einsätzen und Behinderungen. So sind alleine im Kreis Pinneberg nach Angaben der Feuerwehr zwischen 8.30 Uhr und 17.20 Uhr 52 weitere Einsätze hinzugekommen. In Wedel beispielsweise mussten am Strandbad am Nachmittag drei Männer, denen das auflaufende Wasser den Rückweg zu einer Straße abgeschnitten hatte, mit einem Schlauchboot aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Bei den Sturmeinsätzen handelte es sich meist um umgestürzte Bäume, herabfallende Äste und abgedeckte Dächer. Die Feuerwehren rückten jedoch auch zu Einsätzen auf Autobahnen und Eisenbahnstrecken mit Oberleitungen aus. In Siek im Kreis Stormarn wurde ein Feuerwehrmann durch herumfliegende Gegenstände leicht verletzt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am Sonntag in List auf Sylt Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 117 Kilometern pro Stunde gemessen, in Büsum im Kreis Dithmarschen meldete die Messstation einen Wert von bis zu 113 km/h. Im Binnenland und an der Ostküste war es ruhiger. In Kiel Holtenau blies „Sabine“ mit 88 km/h. Erst draußen in der Ostsee wurde aus dem Sturm wieder ein richtiger Orkan. Beim Kieler Leuchtturm meldete die Messstation 141 Stundenkilometer, sagte ein DWD-Sprecher. In Pinneberg drohte der Sturm in einem Neubaugebiet einen 33 Meter hohen Baukran umzukippen. Mehrere Gebäude in der Umgebung wurden evakuiert.  dpa

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