Wassermassen drängen während des Sturmtiefs „Ylenia“ an Land.
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Wassermassen drängen während des Sturmtiefs „Ylenia“ an Land.

Sturmtief „Ylenia“: Viele Einsätze, keine großen Schäden

Sturmtief „Ylenia“ wirbelt das Leben im Norden durcheinander. Landesweit gab es bis Donnerstagabend 500 Einsätze wegen des Sturms. Größere Schäden blieben zunächst aus.

Kiel – Das Sturmtief „Ylenia“ hat in Schleswig-Holstein Feuerwehren und Polizei auf Trab gehalten. Landesweit gab es bis Donnerstagnachmittagrund 500 sturmbedingte Einsätze, ergab eine Umfrage unter den Regionalleitstellen. Vor allem umstürzende Bäume und Äste, aber auch vom Wind gelöste Dachziegel bereiteten Probleme. Im Norden und auch in anderen Regionen Deutschlands sorgte das Sturmtief für Zug- und Fährausfälle sowie Verkehrsbehinderungen.

Mit 212 Einsätzen gab es im östlichen Landesteil seit Mittwochabend die meisten Aktivitäten. „Die Feuerwehr und die Polizei haben alle Hände voll zu tun“, sagte eine Sprecherin der Regionalleitstelle Süd. Die Leitstelle ist für die Kreise Ostholstein, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und für Lübeck zuständig.

Menschen sind nicht verletzt worden

Größere Schäden blieben zunächst aus. Unter anderem seien zwei Lkw von der Fahrbahn abgekommen, ein Baum krachte auf ein Auto, sagte die Sprecherin. Menschen seien dabei nicht verletzt worden. In Lübeck, Bad Schwartau, Geesthacht und Wiershop wehte der Sturm Trampoline über die Straßen. Die Regionalleitstelle riet den Menschen mit Blick auf den nächsten Sturm, Gegenstände in ihren Gärten zu sichern. In den meisten anderen Fällen stürzten Bäume und Äste auf Straßen, Dachziegel wurden vom Wind gelöst.

Auch an der Nordseeküste gab es zahlreiche Einsätze. Eine Sprecherin der für die Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Bad Segeberg zuständigen Leitstelle West sprach von 179 Einsätzen. Niemand sei schwer verletzt worden. Im Bereich Mitte (Neumünster, Plön, Kiel und Rendsburg-Eckernförde) gab es 87 Einsätze, im Norden (Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Flensburg) 21 Einsätze. Ein Sprecher des Landesfeuerwehrverbands sagte, „es scheint weniger gewesen zu sein als befürchtet wurde“.

Deutsche Bahn stellt Fernverkehr ein

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms in Schleswig-Holstein den Fernverkehr eingestellt. Auch im Regionalverkehr kommt es demnach zu Zugausfällen und Verspätungen. In den meisten Fällen waren auf die Gleise oder in Oberleitungen gestürzte Äste und Bäume der Grund für die Ausfälle und Verspätungen. Auch umherfliegende Planen und ähnliche Gegenstände, die Oberleitungen treffen, verursachten Wartezeiten und Ausfälle. Mit weiteren Störungen sei zu rechnen, hieß es.

Auch Fähren etwa zu den Inseln Amrum und Föhr fielen aus. Die Halligen und Helgoland wurden am Donnerstag nicht angesteuert. Der Stadtverkehr Lübeck hat den Fährverkehr in Lübeck-Travemünde am Donnerstagmorgen eingestellt. Betroffen waren die Autofähre und die Personenfähre über die Trave zur Halbinsel Priwall. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei eingerichtet.

Die Schiffsverbindungen zwischen Cuxhaven und Helgoland fallen am Freitag und Samstag aus. Auch am Donnerstag seien keine Fährschiffe gefahren, sagte Helgolands Tourismusdirektor Stephan Hauke. Bezüglich einer Abfahrt am Sonntag soll die Entscheidung laut Reederei erst am Samstag fallen. Größere Schäden gebe es auf der Nordseeinsel bislang nicht. „Die Helgoländer sind sturmerprobt und haben alles festgezurrt“, sagte Hauke.

Nächstes Sturmtief „Zeynep“ im Anmarsch

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) droht nach Abzug des aktuellen Sturmtiefs „Ylenia“ und kurzer Beruhigung mit dem Orkantief „Zeynep“ wieder eine stürmische Nacht. Vor allem an den Küsten dürfte es von Freitag auf Samstag ruppig werden, sagte Franka Nawrath, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD). „Wir warnen vor extremen Orkanböen bis 135 Stundenkilometern an der Nordseeküste.“ Auch an der Ostseeküste werden am Freitagabend demzufolge extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Stundenkilometern erwartet. In den übrigen Regionen des Nordens könne mit orkanartigen Böen oder auch Orkanböen gerechnet werden. Mit welcher Wucht das Orkantief den Norden treffen wird, sei aber noch immer nicht zu 100 Prozent berechenbar. Die Signale für extreme Orkanböen seien aber da.  dpa

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