Trainerin bildet Vierbeiner in Büchen zu Wolfsspürhunden aus

„Such den Wolf!“

Büchen – Wenn „Pelle“ das Kommando „Such den Wolf“ hört, ist der vierjährige Australian Shepherd nicht mehr zu bremsen. Aufgeregt schnüffelnd läuft der Hund über die Wiese und sucht nach der Wolfsfährte, die Hundetrainerin Uta Kielau zuvor ausgelegt hat. Hier auf einer Wiese am Rande von Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg trainiert Kielau Wolfsspürhunde. „Sie zeigen zuverlässig an, ob hier ein Wolf war“, sagt Kielau.

Seit vier Jahren bildet die Hundetrainerin in Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg Hunde von ehrenamtlichen Wolfsbetreuern zu Wolfsspürhunden aus. Sie unterstützen ihre Besitzer bei der Suche nach Wölfen (lat.: Canis lupus).

„Die Hunde jagen keine Wölfe, sie zeigen nur an, ob sich in einem Gebiet vor Kurzem Wölfe aufgehalten haben“, betont Kielau. „Ist das Ergebnis positiv, geben wir das ans Land weiter, das Fotofallen aufgestellt und Schafhalter informiert.

Bislang gibt es in Schleswig-Holstein zwei ausgebildete Wolfsspürhunde. Neben „Pelle“, dem Hund von Wolfsbetreuerin Petra Schulz, ist das Kielaus Bluthund-Labrador-Mix „Scott“. Vier weitere Hunde seien derzeit in der Ausbildung, sagt Schleswig-Holsteins Wolfskoordinator Jens Matzen.

Rund zwei Jahre dauert die aufwendige Ausbildung. „Die Hunde müssen erst lernen, verschiedene Gerüche zu unterscheiden und dann alles auszublenden, was nicht nach Wolf riecht“, erklärt Kielau, die auch Such- und Rettungshunde ausbildet.

Für das Training nutzt sie Wattepads, die in einem großen Schraubglas mit Wolfshaaren den typischen Wolfsgeruch angenommen haben. Die Haare bekommt sie vom Landeslabor in Neumünster oder vom Leibnizinstitut für Zoo- und Wildtierkunde in Berlin. Haben die Hunde die Geruchsprobe gefunden, gibt es für sie zur Belohnung ihr Lieblingsspielzeug.

Mehrere Einsätze haben „Pelle“ und „Scott“ schon absolviert. So hat „Pelle“ vor einigen Monaten „erschnüffelt“, dass ein totes Kalb nicht von einem Wolf, sondern von einem Hund aus dem Stall auf die Weide gezerrt worden war. „Pelle war sich da ganz sicher und der DNA-Abgleich hat das bestätigt“, sagt Schulz stolz. Weitere Einsatzmöglichkeiten der Hunde sind nach Angaben Kielaus unklare Wolfssichtungen von Spaziergängern oder Jägern und das Wolfsmonitoring, also die Überprüfung der Bestände. Matzen hält die Hunde ebenfalls für eine gute Unterstützung. „Auch wenn ihre Anzeige nicht als sicherer Nachweis gilt, haben sie eine hohe Treffequote und verschaffen schnell Klarheit, was ja für Nutztierhalter wichtig sein kann“, sagt Matzen. Nach seinen Angaben gibt es auch in Hessen und Baden-Württemberg Spürhunde, die auf den Kot von Wölfen geprägt sind.

Der stellvertretende Landesvorsitzende des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu), Fritz Heydemann, hält dagegen nicht viel von den Wolfsspürhunden. „Ein Hund kann sich irren. Ein sicherer Nachweis ist nur durch Fotofallen und über ein DNA-Gutachten möglich“, sagt er.  dpa

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