Weihnachtsgottesdienste sollen in diesem Jahr vermehrt im Freien gefeiert werden, um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können und trotzdem vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.
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Weihnachtsgottesdienste sollen in diesem Jahr vermehrt im Freien gefeiert werden, um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können und trotzdem vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Kirchen planen Weihnachtsgottesdienste unter Corona-Regeln

Summen statt singen

Kiel/Hamburg/Schwerin – Die Kirchen im Norden wollen trotz der Corona-Auflagen mit kreativen Ideen ein ausreichendes Angebot an Advents- und Weihnachtsgottesdiensten schaffen. Der stellvertretende Leitende Bischof der Nordkirche, Bischof Tilman Jeremias, betonte, die Gemeinden seien bemüht, „möglichst vielen Menschen das Mitfeiern an den Weihnachtsgottesdiensten zu ermöglichen, – im Wissen darum, wie schwierig dies schon immer war und erst recht in den Zeiten der Pandemie sein wird.“ Das Gebiet der Nordkirche umfasst im Wesentlichen die Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Für die Kirchen ist Weihnachten diesmal ein besonders schwieriger Spagat. Traditionell sind die Gotteshäuser Heiligabend so gut besucht wie sonst nie im ganzen Jahr. Andererseits müssen die Corona-Regeln eingehalten werden – das heißt Abstand halten und damit ein geringeres Platzangebot, Masken tragen, auf Hygiene achten, Kontaktdaten erfassen sowie kein oder nur eingeschränktes Singen wegen des Corona-Übertragungsrisikos durch Aerosole.

Die Kirchen wollen daher deutlich mehr und kürzere Gottesdienste anbieten. Viele Feiern sind unter freiem Himmel geplant. Ob sich die Besucher der Advents- und Weihnachtsgottesdienste anmelden müssen und auf welche Art, entscheiden die knapp 1 000 Gemeinden der Nordkirche selbst, erläuterte eine Sprecherin des Zusammenschlusses. „An vielen Orten zwischen Schleswig und Stralsund wird jedoch bereits deutlich, dass viele Kirchengemeinden auf Feiern im Freien oder gar eine Verdopplung beziehungsweise Verdreifachung ihrer Gottesdienstangebote setzen, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, fügte sie hinzu.

Im Erzbistum Hamburg, das sich neben der Hansestadt auch über Schleswig-Holstein und Mecklenburg erstreckt, ist es den Pfarreien überlassen, ob sich Besucher von Weihnachtsgottesdiensten anmelden müssen. „In vielen Pfarreien ist eine Anmeldung zumindest erwünscht“, sagte eine Sprecherin des Erzbistums.

Das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern wie „O, du fröhliche“, „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ist traditionell ein Höhepunkt der Heiligabendgottesdienste. Allerdings ist dies nicht oder nur beschränkt erlaubt. In Schleswig-Holstein bleibt der Gemeindegesang weiterhin verboten, erläuterte das Erzbistum mit Hinweis auf die staatlichen Vorgaben. In Hamburg und Mecklenburg sei dagegen „das gemeinsame, verhaltene Singen einzelner, liturgisch bedeutsamer Gesänge“ erlaubt – aber nur, wenn alle Gesänge in Summe die Dauer von sechs Minuten nicht überschreiten und maximal ein Viertel der regulären Sitzplätze mit einem Mindestabstand von 2,5 Metern untereinander belegt werden oder alle Mitfeiernden durchgängig eine korrekt sitzende Maske tragen.

In den Handlungsempfehlungen der Nordkirche heißt es, Gemeindegesang müsse derzeit unterbleiben. „Eine Alternative ist, die Lieder mitzusummen oder beim Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung sehr leise mitzusingen oder mitzusprechen“.

Ob sich mit weiter steigenden Corona-Infektionszahlen möglicherweise die Rahmenbedingungen für Gottesdienste noch ändern werden, sei offen, betonten die Kirchensprecher.  dpa

Digitale Angebote

Das Erzbistum Hamburg will am 26. Oktober für die Gestaltung von St. Martin, Advent und Weihnachtsgottesdiensten im Internet unter www.erzbistum-hamburg.de/weihnachten eine Ideenbörse freischalten. Dort soll es auch Hinweise auf Fernsehgottesdienste und das Streaming von Gottesdiensten im Erzbistum Hamburg geben. Die Nordkirche bietet ähnliche Online-Angebot an und zeigt auf Youtube beispielsweise Gottesdienste unter #digitale Nordkirche.

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