Nordkirche nimmt Rücksicht auf Coronavirus

Synode ohne Handschlag

Offenes Ohr für Sorgen: Die Synode der Nordkirche hat Handlungsempfehlungen für Zeiten von Virusepidemien beschlossen. Foto: dpa

Travemünde – Die Sorgen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben den zweiten Tag der Synode der Nordkirche überschattet. Wegen zahlreicher Anfragen zu Auswirkungen auf das gottesdienstliche Leben veröffentlichte die Nordkirche am Freitag eine Handlungsempfehlung. Solange die Behörden keine allgemeinen Versammlungsverbote anordneten, bestehe kein Grund zu kircheninternen Einschränkungen, heißt es in der Handlungsempfehlung. Auch das Abendmahl könne bedenkenlos gefeiert werden.

„Wir nehmen es ernst, dass viele Menschen verunsichert sind, ob ein gemeinsames Abendmahl das Infektionsrisiko erhöht“, hieß es weiter. Wer Sorge wegen einer möglichen Ansteckung habe, könne die Oblate in den Kelch eintauchen, anstatt daraus zu trinken oder auf eines von beiden – das Brot oder den Wein – verzichten, sagte ein Kirchensprecher. Symbolische Akte, die besonderen Körperkontakt erfordern, wie der Friedensgruß oder das Händeschütteln, sollten derzeit jedoch vermieden werden.

Im Mittelpunkt der Tagung standen am Freitag die Finanzen. Am Nachmittag stimmten die 156 Synodalen einstimmig dem Haushalt für das Jahr 2020 zu. Der umfasst nach Angaben eines Kirchensprechers Einnahmen von insgesamt rund 583 Millionen Euro, davon stammen 536 Millionen Euro aus Kirchensteuern. Rund 72 Prozent sind den Angaben zufolge für Personalaufwendungen eingeplant. Rund 16,3  Millionen Euro sind für den Kirchlichen Entwicklungsdienst mit Projekten in Asien, Afrika und Lateinamerika eingeplant.

Zuvor hatte die Synode der Kirchenleitung die Entlastung für den Jahresabschluss 2017 erteilt. Darin werden erstmals auch die Rückstellungen der Landeskirche für Pensions- und Beihilfeleistungen an Geistliche und Kirchenbeamte für die nächsten Jahrzehnte ausgewiesen. Sie belaufen sich auf rund 2,2   Milliarden Euro. „Die sind aber nicht auf einmal zu zahlen, sondern werden erst in den nächsten 50 bis 70 Jahren relevant“, sagte das Mitglied der Kirchenleitung, Malte Schlünz. Für die Inanspruchnahme aus diesen Verpflichtungen seien in den kommenden Haushalten entsprechende Summen einzuplanen.

Am Abend war ein Gottesdienst in der Travemünder Kirche St. Lorenz geplant, in dem die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs predigen sollte. Die Synodentagung sollte am Sonnabend zu Ende gehen.  dpa

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