Teure Tierquälerei

Gericht verurteilt Landwirt zu 14 000 Euro Strafe

Bad Segeberg - Ein Landwirt ist wegen Tierquälerei in drei Fällen vom Amtsgericht in Bad Segeberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In einem vierten Fall sei der Mann freigesprochen worden, teilte eine Gerichtssprecherin am Dienstag mit.

Laut Anklage hatte der 57-jährige Landwirt aus dem Kreis Segeberg Rinder, Sauen und Schweine in seinem Mastbetrieb gehalten, außerdem 17 Katzen. Trotz mehrfacher Beanstandungen durch das Kreisveterinäramt soll er keinen Tierarzt gerufen haben. Kühe und Rinder hätten gelahmt und sich vor Schmerzen kaum bewegen können, hieß es. Ein schwer erkrankter Bulle sei tot auf dem Hof gefunden worden.

Der Landwirt ließ laut Anklage auch Ferkel verhungern, deren Muttersau nicht mehr genug Milch hatte. 16 Katzen seien völlig abgemagert, verwurmt und von Flöhen befallen gewesen, eine weitere sei verendet. Der Landwirt hat die Vorwürfe bestritten.

Im vierten Anlauf kommt der Prozess zustande

Das Gericht verhängte eine Strafe von 250 Tagessätzen von je 70 Euro. 50 Tagessätze gelten wegen Verfahrensverzögerungen bereits als vollstreckt, sodass der Verurteilte nun noch 14 000 Euro zahlen muss. Hinzu kommt die Hälfte der Gerichtskosten. Ein 2014 vorläufig erlassenes Tierhalteverbot für den Landwirt wurde aufgehoben.

Erst im vierten Anlauf war der Prozess zustande gekommen. Der erste Termin 2015 war wegen eines fehlenden Gutachtens gescheitert. Der zweite im April vergangenen Jahres platzte, weil der Verteidiger sein Mandat niederlegte. Im Juni war dann ein Schöffe falsch geladen und das Gericht daher nicht korrekt besetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-avis

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.