Gute Aussichten: Die Wälder im Norden sind nicht so geschädigt, wie in den anderen Bundesländern.
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Gute Aussichten: Die Wälder im Norden sind nicht so geschädigt, wie in den anderen Bundesländern.

Wälder kommen glimpflich durch das vergangene Jahr

Trockenheit gut überstanden

Neumünster – In Schleswig-Holstein haben die Wälder die trockenen Jahre seit 2018 nach Angaben von Landesforsten-Direktor Tim Scherer besser überstanden als in vielen anderen Bundesländern. „Wir sind gerade durch das letzte Jahr deutlich besser gekommen als durch die beiden Jahre davor“, sagte er. „Die Trockenschäden halten sich bei uns in Grenzen, weil wir 2020 und vor allem jetzt im Winter ganz gute Niederschläge hatten.

“ Es sei nicht viel gewesen, im normalen Bereich. Aber: „Wir sind auf ganz Deutschland bezogen in der größten Katastrophe der Forstwirtschaft, die es je gegeben hat.“

„Ich bin immer ganz vorsichtig zu sagen, uns geht es schlecht“, sagte Scherer. Denn Schleswig-Holstein gehe es aus zwei Gründen wesentlich besser mit dem Wald als anderen Bundesländern. Das eine sei die klimatische Gunstlage zwischen den Meeren. „Das heißt, es ist immer ein bisschen feuchter bei uns.“ Der zweite Punkt sei das Verdienst früherer Generationen, die zumindest in den Landesforsten überwiegend Laub- und Mischwälder geschaffen haben. „Monokulturen von Fichten und Kiefern leiden am meisten, und davon haben wir wenig.“ Der Laub- und Mischwald sei von den Problemen auch betroffen, aber doch deutlich stabiler, sagte Scherer.

In den Dürrejahren seien die Böden bis in Tiefen von rund zwei Metern ausgetrocknet. In einigen Teilen des Landes und auch der Landesforsten, vor allem in der Mitte, kann es nach Scherers Angaben auch jetzt noch Trockenheit in größeren Tiefen geben. „Wir wissen, dass wir noch Defizite haben.“ Trockenschäden an Bäumen habe es in den schleswig-holsteinischen Landesforsten aber nur in geringem Umfang gegeben.

Der Borkenkäfer habe auch im Norden Schäden angerichtet, „aber wir haben nicht diese komplett abgestorbenen Bestände, wie wir es etwa aus dem Harz oder vielen Bereichen des Sauerlands kennen“. Auf den begrenzten Fichtenflächen der Landesforsten gab es nach Scherers Angaben eine enge Borkenkäfer-Überwachung. Es sei gelungen, befallene Bäume schnell aus den Wäldern zu holen.

Große Sorge habe im vergangenen Jahr die Sitka-Fichtenröhrenlaus gemacht. „Wir haben im Frühjahr 2020 das erste Mal gesehen, dass im ganzen Land die Sitkafichten alle wie tot aussahen.“ Nach Aussage der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt werden die Bäume, wenn alles normal läuft, wieder austreiben. „Das haben wir so auch noch nicht gehabt, aber sie überleben das“, sagte Scherer.  dpa

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