Übergriffe im Raum Kiel

Übergriffe auf Kinder: Polizei mahnt zu Ruhe und Sachlichkeit

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Polizisten in Kiel warnen davor, jeden zu verdächtigen, der Ähnlichkeit mit dem Phantombild des vermutlichen Täters hat. 

Kiel - Nach den gemeldeten Übergriffen auf Kinder im Raum Kiel appelliert die Polizei an Eltern, ruhig und sachlich zu bleiben. In den sozialen Netzwerken kursierten zurzeit viele Gerüchte, sagte Thorsten Steffens, Leiter der Bezirkskriminalinspektion Kiel, am Freitag. User hätten unter anderem von entführten und getöteten Kindern berichtet. „All das hat es in Kiel nicht gegeben“, stellte Steffens klar.

In den vergangenen Wochen hatten ein acht und zwei zwölf Jahre alte Kinder berichtet, in Molfsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Kiel von einem maskierten Mann festgehalten worden zu sein. Alle drei konnten entkommen und blieben körperlich unverletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten daraufhin Anfang der Woche ein Phantombild veröffentlicht.

Das Bild zeigt einen Mann in schwarzem Kapuzenpulli und bis über die Nase gezogenem Schal. Die Darstellung sei vage, gab die Polizei zu - und warnte deshalb davor, gleich jeden zu verdächtigen, der ähnlich gekleidet sei: „Bei der Wetterlage ist es nicht ungewöhnlich, dass Menschen mit Kapuzenpulli und Schal vor dem Gesicht rumlaufen.“ Am Donnerstag sei ein Mann vorläufig festgenommen worden, es habe sich jedoch schnell herausgestellt, dass er überhaupt nichts mit den gemeldeten Fällen zu tun habe.

„Übergriffe auf Kinder sind hochemotional“, sagte Steffens. Er könne die Sorgen von Eltern deshalb nachvollziehen. Dennoch sei es wichtig, jetzt nicht in Panik und Hysterie zu verfallen. „Das überträgt sich auf Kinder.“ Zielführender sei es, mit ihnen darüber zu sprechen, wie sie sich richtig verhalten, falls sie von einem Fremden angesprochen oder gar angefasst werden sollten. Man könne ihnen zum Beispiel klarmachen, dass sie in solchen Fällen schlagen, treten und zubeißen dürfen und sollen. „Sie sind nicht per se wehrlos und das kann man ihnen auch vermitteln“, erklärte Steffens.

Weiterhin warnte er davor, in irgendeiner Form Selbstjustiz zu üben. Wer etwas Verdächtiges beobachte, solle sich an die Polizei wenden - und es nicht im Internet posten. 

dpa

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