Mit einer umgebauten Pistenraupe mäht Maschinenführer Kai Wiese eine Wiese in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Damit soll ein Brutrevier für Wiesenvögel vorbereitet werden.
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Mit einer umgebauten Pistenraupe mäht Maschinenführer Kai Wiese eine Wiese in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Damit soll ein Brutrevier für Wiesenvögel vorbereitet werden.

Unterwegs auf breiten Ketten

Umgebaute Pistenraupe bereitet Revier für Wiesenvögel vor

In Bergenhusen setzt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein eine umgebaute Pistenraupe ein, um für Wiesenvögel ein neues Brutrevier vorzubereiten. Dabei handelt es sich um eine neue Art der ökologischen Bewirtschaftung.

Bergenhusen – Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein haben eine umgebaute Pistenraupe eingesetzt, um auf Niedermoorböden Wiesenvögeln ein Brutrevier vorzubereiten. Das eigentlich zum Präparieren von Schneepisten im Gebirge konstruierte Gerät habe den großen Vorteil, mit seinen breiten Ketten nicht im nassen Boden zu versinken, sagte der Experte für biologischen Klimaschutz, Leif Rättig, am Donnerstag bei einer Vorführung in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) in der Eider-Treene-Sorge-Niederung.

Auf einer neuen Klimafarm in der Niederung, die mit 12,4 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium gefördert wird, soll eine neue Art der Bewirtschaftung von nassen oder wiedervernässten Moorböden erprobt werden. Ziel sei es, das Klima zu schützen und dabei so zu wirtschaften, dass es ökologisch vorteilhaft und wirtschaftlich tragfähig ist, führte der Experte aus.

Bisher war Entwässerung der Böden notwendig

Das Problem der herkömmlichen Bewirtschaftung von Moorböden zum Beispiel für die Milchwirtschaft ist die Notwendigkeit der Entwässerung. Diese führt zur Oxidation des trockenen Torfes. Dabei werden große Mengen Treibhausgase, darunter Kohlendioxid und Lachgas, freigesetzt. Außerdem sinkt der Boden ab.

Mit ihren breiten Ketten versinkt die Pistenraupe nicht im nassen Boden.

Die jetzt gemähte etwa 16 Hektar große Wiese soll im Frühjahr zum Beispiel Kiebitz, Uferschnepfe oder dem Großen Brachvogel als Brutrevier dienen. „Die haben ganz spezielle Ansprüche“, sagt Rättig. „Sie brauchen eine offene Weite, damit sie nach Feinden gucken können. Gleichzeitig muss es so hoch sein, dass sie sich verstecken können.“

Das Mähgut von solchen Flächen soll auf der Klimafarm, die in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe der Moorwiesen entsteht, zu Pellets gepresst werden. Diese könnten zum Beispiel zur Herstellung von Papier oder Biokohle oder zur Erzeugung von grünem Wasserstoff genutzt werden. „Wir haben verschiedene Partner, die daran tüfteln“, erklärte Rättig abschließend.  dpa

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