Laut Gutachten

LNG-Terminal in Brunsbüttel: Umwelthilfe hält Standort für ungeeignet

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Einen LNG-Terminal sieht die Umwelthilfe umstritten – etwa wegen des nahegelegenen Atomkraftwerks Brunsbrüttel.

Brunsbüttel/Berlin – Das geplante Terminal für flüssiges Erdgas (LNG) in Brunsbüttel kann nach Einschätzung eines juristischen Gutachtens im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe nicht genehmigt werden.

Aus dem Gutachten der Anwältin Cornelia Ziehm, das in Berlin vorgestellt wurde, geht hervor, dass das nach dem geltenden europäischen und nationalen Störfallrecht nicht möglich sei. Bei dem LNG-Terminal handele es sich um einen Störfallbetrieb, der nur angesiedelt werden dürfe, wenn ausreichend Sicherheitsabstand zu anderen gefährlichen Betrieben und der Wohnbevölkerung eingehalten wird.

Diese Voraussetzungen liegen nach den Ausführungen des Gutachtens in Brunsbüttel nicht vor. Das geplante Terminal solle an einem Standort errichtet werden, der geprägt sei von benachbarten Wohngebieten und Betrieben der chemischen Industrie, einer Verbrennungsanlage für Sonderabfälle, Hafenanlagen sowie atomaren Anlagen mit radioaktiven Stoffen, nämlich dem Atomkraftwerk Brunsbüttel mit dem Zwischenlager für hoch radioaktive Abfälle. LNG könne aus den Tanks und Leitungen austreten, sich entzünden und explodieren.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) erklärte in Kiel, das Gutachten bringe keine Neuigkeiten. Die Landesregierung gehe nach wie vor davon aus, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist und auf die Reise gebracht werden kann. „Die rechtliche Bewertung der Umwelthilfe teilen wir nicht“, sagte Buchholz.   

dpa

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