Als Urlaubsgast sichert Feuerwehrmann Felix Vorndran die Einsatzbereitschaft der Helgoländer Wache auf der vorgelagerten Düne.
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Als Urlaubsgast sichert Feuerwehrmann Felix Vorndran die Einsatzbereitschaft der Helgoländer Wache auf der vorgelagerten Düne.

Feuerwehrleute unterstützen ihre Kollegen auf Helgoland

Urlaub bei der Arbeit

Helgoland – Einen Nachmittag mit der Freundin am Strand verbringen, eine Tour mit dem Börteboot machen, Robben beobachten: Was Felix Vorndran aus Bergisch Gladbach bei Köln auf Helgoland macht, klingt nach einem ganz normalen Urlaub auf Deutschlands einziger Hochseeinsel. Doch etwas unterscheidet die 14 Tage Aufenthalt Vorndrans von denen anderer Gäste auf der der Hauptinsel vorgelagerten Düne.

Der 38-Jährige ist einer der freiwilligen Feuerwehrleute aus ganz Deutschland, die während der Saison helfen, auf der Düne den Brandschutz sicherzustellen – und „mit ihrem Einsatz die touristische Nutzung der Düne aufrechterhalten“, heißt es bei der Gemeinde. Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands gibt es landesweit kein vergleichbares Projekt.

Denn die Gemeinde Helgoland mit ihren rund 1 500 Einwohnern hat eine Besonderheit, die es auch auf anderen Inseln nicht gibt und auf dem Festland schon gar nicht. Denn Helgoland besteht nicht nur aus dem markanten Felsen, sondern eben auch aus der vorgelagerten Düne. Die ist im Winterhalbjahr zwar nicht bewohnt, aber im Sommer werden auf der Düne Bungalows touristisch vermietet. Zudem gibt es einen Zeltplatz. Auf die Düne kommt man nur mit dem Boot.

Doch auch dort muss die Hilfsfrist von wenigen Minuten gewahrt bleiben. Von der Hauptinsel brauchen die Feuerwehrleute zu lange. Daher wurde der sogenannte Dünendienst eingerichtet. „Solange auf der Düne vermietet wird, laden wir Feuerwehrkameraden vom Festland ein, hier für 14 Tage Feuerwehrdienst zu machen“, sagt Gemeindewehrführer Heiko Ederleh. Das ist in der Regel von März bis Oktober.

Die Helgoländer haben keine Probleme, genug Kameraden für den Dienst auf der Düne zu gewinnen. „Das ist ein ganz begehrter Job“, sagt Ederleh. Es bestehe bundesweit Nachfrage. Das erste Zugriffsrecht haben aber die Feuerwehren im Kreis Pinneberg, zu dem Helgoland gehört. Restplätze werden bundesweit verteilt. Man könne sich bewerben, sagt Vorndran. „Und mit viel Glück erhält man den Zuschlag.“

Untergebracht werden die Feuerwehrleute vom Festland in Bungalows auf der Düne, bis zu drei Familienangehörige dürfen kostenlos mitreisen. Die Leute sollten auf der Düne eine schöne Zeit verbringen – und im Fall der Fälle schon einmal eingreifen, bis die Einsatzkräfte von der Hauptinsel übergesetzt haben. Kleinere Unfälle passierten laut Ederleh immer mal wieder. „Gott sei Dank hatten wir auf der Düne in den letzten Jahren aber nichts Größeres gehabt.“

Wer auf der Düne Dienst tun will, muss besondere Qualifikationen mitbringen. Zum Beispiel einen Lkw-Führerschein haben, um das Feuerwehrfahrzeug, das auf der Düne stationiert ist, auch lenken zu dürfen, und insbesondere Atemschutzgeräteträger sein.

Felix Vorndran ist ein solcher Atemschutzgeräteträger. Er tut in diesem Sommer zum ersten Mal Dienst auf der Düne, gemeinsam mit drei Kameraden aus dem Kreis Pinneberg. Auf der Hauptinsel hat er aber schon mehrfach ausgeholfen. „Weil die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr zu dem Zeitpunkt aufs Festland gefahren sind, um Urlaub zu machen.“

Auch Vorndran kommt immer wieder gerne nach Helgoland zurück. Der Verwaltungsbeamte findet es schön, Freizeit und Hobby vereinen zu können, seine Familie mitbringen zu dürfen. Auch die Freundschaften, die Kameradschaft, die bei seinen Aufenthalten hier entstanden sind, möchte er nicht missen. „Ich würde es auf jeden Fall wieder machen.“  dpa

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