Der Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck im stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel neben einem ummantelten Fass, mit dem die Bergung demonstriert wird.
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Der Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck im stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel neben einem ummantelten Fass, mit dem die Bergung demonstriert wird.

Vattenfall zeigt Bergungs-Technik

Brunsbüttel: Atommüll lagert unterirdisch

Brunsbüttel - Von Wolfgang Schmidt. Das ist echte Pionierarbeit: Verrostete Fässer mit sensiblem Inhalt werden im Atomkraftwerk Brunsbüttel umgelagert. Aufwendige Spezialtechnik ist dafür erforderlich. Drei Jahre soll es dauern, bis die Behälter mit schwach- bis mittelradioaktivem Abfall mit Spezialtechnik aus unterirdischen Lagerräumen herausgeholt und sicher verwahrt sein werden. Energieminister Robert Habeck gab nun grünes Licht für die Bergung, die nächsten Montag starten soll. „Viel zu lange sind die Fässer nahezu unbeobachtet in den Kavernen vor sich hin gerostet“, sagte der Grünen-Politiker.

Es war ein Schock, als 2012 das erste verrottete Fass gefunden wurde. 632 Behälter lagern zum Teil schon mehr als 30 Jahre in sechs mit Betondeckeln abgeschirmten Kavernen des Kraftwerks, das wegen technischer Pannen seit 2007 keinen Strom mehr liefert.

Nun demonstrierte Vattenfall das Verfahren: Ein ferngesteuerter Greifer packt ein Fass in ein Überfass. Dieses kommt in einen neu konzipierten Container, der für das Endlager geeignet ist. Der Container lagert zunächst in einer „Transportbereitstellungshalle“, später zieht er um in ein noch zu bauendes Speziallager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Gut zwei Millionen Euro kostet die Fässerbergung laut Geschäftsführer Pieter Wasmuth Vattenfall zusätzlich. Nimmt man die Kosten für die Container zur Endlagerung hinzu werden es um die 20 Millionen. Bei der Aktion würden strenge Strahlenschutzvorschriften eingehalten, versichert die Atomaufsicht. Für Umwelt und Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

dpa

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