Buchholz macht Dampf

Verkehrsminister droht der Deutschen Bahn bei anhaltenden Verspätungen

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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Kiel - Der Verkehrsminister Bernd Buchholz setzt die Deutsche Bahn unter Dampf. In einem Medienbericht drohte der FDP-Politiker mit Zahlungskürzungen des Landes, mit einer Abmahnung und auch, einen Verkehrsvertrag wegen schlechter Leistungen zu kündigen. Hintergrund sind Verspätungen und Zugausfälle.

Zudem könnten Erfahrungen mit einem Unternehmen auch bei Netzausschreibungen mitbewertet werden, sagte Buchholz. Bisher sei keine so große Besserung in Sicht, wie das eigentlich angekündigt worden sei. Der Minister hatte in der vergangenen Woche die Probleme bei der Bahn kritisiert. In dieser und kommender Woche soll es Gespräche zwischen Bahn und der Nahverkehrsgesellschaft Nah.SH geben.

Buchholz hob vier Punkte hervor. Zum einen funktioniere für die Verbindung zwischen Hamburg und Kiel/Flensburg das „Flügelungskonzept“ noch nicht. Danach wird ein Zug in Neumünster so auseinandergekoppelt, dass ein Teil nach Kiel weiterfährt und der andere nach Flensburg – so müssen Passagiere nicht umsteigen. Mehr Pünktlichkeit auf der Marschbahn nach Sylt, keine Zugausfälle mehr auf dieser Strecke und ein anderes Personalkonzept listete Buchholz weiter als Problempunkte auf. „Wenn auf der Marschbahn ein Zugführer an Grippe erkrankt, fällt der komplette Zug aus“, rügte der Minister. Weil er darauf hingewiesen habe, bilde die Bahn nun zehn zusätzliche Leute aus.

Ein von der Bahn vorgelegter Sieben-Punkte-Plan reicht Buchholz nicht aus. Der Plan sieht mehr Waggons-, Lok- und Werkstattkapazitäten sowie mehr Lokführer vor. „Man sieht, dass sich die Bahn bemüht“, kommentierte der Minister. Er befürchte nur, die Maßnahmen reichten nicht aus, um die vereinbarten 95 Prozent Pünktlichkeit zu erreichen. Auch das Wartungs- und Reparaturkonzept ist aus seiner Sicht nicht gut genug. - dpa

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