41-Jährige seit Oktober mit ihrem Sohn verschwunden

Verschwundene Mutter meldet sich

Einsatzkräfte hatten vergeblich nach einer im Watt vor Brunsbüttel vermissten Frau und ihrem achtjährigen Sohn gesucht. archivFoto: dpa

Brunsbüttel – Mehr als drei Wochen nach dem Verschwinden einer Mutter mit ihrem Kind bei Brunsbüttel liegt der Polizei eine lange Mail vor, die von der 41-Jährigen stammen soll. Sie habe sich nur abgesetzt, um ihren Sohn davor zu bewahren, dass er in eine Pflegefamilie oder zu seinem „aggressiven“ Vater komme, zitierten die „Dithmarscher Landeszeitung“ und die „Bild“-Zeitung am Dienstag aus der Mail.

Die Polizei bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass eine Mail eingegangen sei, deren Echtheit aber noch nicht verifiziert worden sei. Allerdings seien mehrere offizielle Dokumente beigefügt worden. Die Frau hatte Mitte Oktober einen Selbstmord im Watt vorgetäuscht und war dann mit ihrem achtjährigen Sohn verschwunden. Wenige Tage später hätte sie eine Haftstrafe wegen mehrerer Betrugsdelikte antreten müssen. Hierzu war sie in Hessen verurteilt worden, wo sie mehrere Jahre lang gelebt hatte.

In der Mail schreibt sie laut den Zeitungen, sie sei nicht wegen der drohenden Haftstrafe weggelaufen, sondern damit ihr Sohn nicht zu einer Pflegefamilie oder seinem Vater komme, der sie mehrfach misshandelt und sexuell genötigt habe. Zudem habe er sie in eine psychische und finanzielle Anhängigkeit getrieben. Der 60 Jahre alte Vater äußerte sich in der „Bild“-Zeitung. Er habe den Sohn zuletzt im September gesehen. „Ich wusste nicht, dass die Mutter Schulden hatte. Wir haben die letzten Jahre die Unterhaltung nur auf meinen Sohn ausgerichtet. Die Idee war nie, mit der Frau gemeinsam ein Kind zu haben. Sie nimmt es mit der Wahrheit nicht ganz so genau.“

In ihrer Mail behauptet die 41-Jährige laut „Ditmarscher Landeszeitung“, sie sei innerhalb von acht Jahren elf Mal umgezogen, zuletzt nach Pahlen im Kreis Dithmarschen. Teilweise habe sie sich vor dem Kindsvater auch in ein Frauenhaus gerettet.

Oberstaatsanwalt Dominik Mies aus dem hessischen Hanau, wo sie im Februar wegen Betrugs verurteilt worden war, sagte der „Dithmarscher Zeitung“: „Salopp formuliert lassen die Taten den Schluss zu, dass es sich um eine notorische Betrügerin handelt“. Der dpa sagte er, Fahndungsmaßnahmen seien eingeleitet.    dpa

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