Viel Kritik für Wahlausgang bei AfD-Parteitag

Die Wiederwahl von Doris von Sayn-Wittgenstein erhält viel Kritik. Foto: markus scholz/dpa

Kiel – Die erneute Wahl von Doris von Sayn-Wittgenstein zur AfD-Landeschefin in Schleswig-Holstein erhält viel Kritik. Die 64-jährige Landtagsabgeordnete war zurückgetreten, nachdem der Bundesvorstand ein Parteiausschlussverfahren wegen einer Fördermitgliedschaft in einem rechtsextremen Verein eingeleitet hatte. Am Wochenende war sie beim Landesparteitag wieder für das Amt angetreten – mit Erfolg.

Kay Gottschalk (AfD)

Kay Gottschalk, stellvertretender Vorsitzender der AfD auf Bundesebene, erklärte gestern: „Ich respektiere selbstverständlich demokratische Wahlen, halte aber die Wahl von Frau Sayn-Wittgenstein für schlicht falsch und gefährlich.“

Christopher Vogt (FDP)

Für Christopher Vogt, FDP-Landtagsfraktionschef, ist die AfD in Schleswig-Holstein ein Fall für den Verfassungsschutz. „Eine Partei, die Frau Sayn-Wittgenstein wieder zur Vorsitzenden wählt, entscheidet sich klar für einen radikalen Kurs, der mit dem Grundgesetz nichts zu tun hat“, betonte Vogt. Er gehe daher davon aus, „dass die AfD in Schleswig-Holstein schon sehr bald vom Verfassungsschutz beobachtet wird“. Vogt rief die vier AfD-Landtagsabgeordneten dazu auf, ihre Partei umgehend zu verlassen. „Ein Verbleib wäre ein Bekenntnis zu dem Kurs von Frau Sayn-Wittgenstein und ihren Anhängern.“

Tobias Koch (CDU)

CDU-Fraktionschef Tobias Koch sagte, als Anhängerin des Flügels um den thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke dürfte Sayn-Wittgenstein „bereits Teil der eingeleiteten Prüfung durch den Verfassungsschutz sein. Mit ihrer Wiederwahl erscheint es geboten, diese Prüfung auf den gesamten Landesverband der AfD-Schleswig-Holstein auszuweiten.“

Ralf Stegner (SPD)

Die Nord AfD hat sich nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Ralf Stegner auf ihrem Landesparteitag „ihre völkisch-nationalistische Seite“ gezeigt. Die Partei sei rechtsradikal und müsse vom Verfassungsschutz überwacht werden. „Im Übrigen muss man diese Demokratiefeinde mit allen friedlichen Mitteln bekämpfen.“  dpa

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