Karin Prien will besseres Gesundheitsmanagement für Lehrer

Zu viel Lärm und Termindruck

Bildungsministerin Karin Prien - Foto: dpa

Kiel - Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will die gesundheitlichen Belastungen von Lehrern reduzieren. So solle ein Konzept für ein besseres Gesundheitsmanagement erarbeitet werden, kündigte Prien gestern in Kiel im Landtag an. Grundlage seien die Ergebnisse einer Umfrage Ende 2017, bei der rund 30 000 Lehrer und schulische Assistenzkräfte angeschrieben wurden. Die Rücklaufquote über alle Schularten betrug 30 Prozent (9 061 Fragebögen). Im Jahr 2019 ist ein Kongress „Gesunde Schule“ geplant.

Wichtige Ergebnisse waren bereits im Frühjahr veröffentlicht worden. Als Hauptprobleme nannten mehr als 70 Prozent aller Lehrer Lärm, in den Grundschulen sogar 96 Prozent und in den Förderzentren 88 Prozent. Inzwischen seien sieben Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen in Grundschulen und Förderzentren bereitgestellt, sagte Prien.

Laut Umfrage leiden 63 Prozent unter Termin- und Leistungsdruck sowie 62 Prozent unter zusätzlichen Aufgaben. Vor allem die Bedingungen für Lehrkräfte an den Grundschulen müssten besser werden, betonte Prien. 73 Prozent aller Lehrer gingen mindestens zweimal zur Arbeit, obwohl sie krankheitsbedingt zuhause hätten bleiben müssen.

Nur jeder zweite Lehrer (52 Prozent) gab sich „eine gute bis sehr gute Arbeitsfähigkeit“. 79 Prozent empfinden aber eine gute bis ausgezeichnete Gesundheit. Mehr als zwei Drittel der Lehrer (72 Prozent) sind mit ihrer Arbeit im Allgemeinen zufrieden. Nahezu einmütig lobten die Pädagogen das gute Gemeinschaftsgefühl in den Kollegien und die gegenseitige soziale Unterstützung.

Die SPD kritisierte, das größte Problem der Lehrer sei deren hohe Arbeitsbelastung, also eine zu große Stundenzahl. Der Bericht der Landesregierung wurde zu weiteren Beratungen in den Bildungsausschuss überwiesen. - dpa

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