Frankreich im Fokus

„NordArt“ mit Werken aus 100 Ländern: Viele „grüne Themen“

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Mehrere chinesische Künstler stellen auf der „NordArt“ aus. Künstlerin Xiang Jing hat ihrem Werk den Titel „Wut in Bewegung“ gegeben.

Büdelsdorf - Von Matthias Hoenig. „Noahs Garten“ von dem chinesischen Künstler Deng Guoyan ist eine faszinierende Herausforderung für Besucher der 21. „NordArt“. In dem Labyrinth aus 3 000 Spiegelplatten mit drehenden Türen und unzähligen reflektierenden Lichtern droht der Betrachter, Orientierung und Gleichgewicht zu verlieren. Kunstpflanzen in Popfarben schaffen eine künstliche Eigenwelt – „eine Enklave von artifizieller paradiesischer Schönheit“, heißt es im Katalog.

Das erstmals auf der Singapur Biennale 2016 gezeigte Spiegel-Kabinett mit rotierender Mittelachse ist nur eines von rund 1 000 Kunstwerken auf der „NordArt“. In der Carlshütte, einer ehemaligen Gießerei in Büdelsdorf öffnet am Samstag die Kunstschau mit Gegenwartskunst aus mehr als 100 Ländern. Frankreich hat den Länderpavillon gestaltet. Die Kuratoren Jérome Cotinet-Alphaize und Marianne Derrien haben einen facettenreichen Überblick über die Kunstszene ihres Landes zusammengestellt. Sie widmen sich den beiden jüngsten Künstler-Generationen seit Ende der 60er-Jahre. Sämtliche Genres sind zu sehen – Gemälde, Videos, Skulpturen, Fotos, Installationen.

Der französische Künstler Gilles Lacombe hat seine Installation „Oh, Wind, wenn der Winter kommt...“ genannt.

Künstler aus China, der Mongolei und Tschechien bilden weitere Schwerpunkte, ebenso die vor 30 Jahren entstandene Gruppe „Norddeutsche Realisten“. Kurator Wolfgang Gramm spricht gern von einer Seidenstraße der Gegenwartskunst – eine Anspielung auf seine guten Kontakte zu China. Er möchte Kunst möglichst aus allen Ländern zeigen, die theoretisch zu Fuß erreichbar sind. „Wir haben aber natürlich auch Kunstwerke aus den USA oder England“, betont Co-Kuratorin Inga Aru.

Welche Trends zeigen sich? Die Kuratoren nehmen verstärkt „grüne Themen“ wahr. So gibt es als Kunstwerk auf einer schiefen Ebene ein versinkendes Museum, Gemälde zeigen Menschen unter Wasser im Müll. „Das Recyceln gebrauchter Materialien für Kunstwerke ist typisch“, sagt Aru.

Aber auch interaktive Kunstwerke wie „Noahs Garten“ oder eine Kamera, die die etwas verschwommene Qualität der Sehkraft von Schmetterlingen hat und vom österreichischen Künstler Michael Bachhofer entwickelt wurde, gehören dazu. Besucher können sich mit der Kamera fotografieren und in einem Rahmen als Porträtbild zeigen lassen. Oder sich selbst zwischen zwei riesigen Schmetterlingsflügeln mit dem eigenen Handy als Flügelwesen ablichten. Die Welt mit anderen Augen sehen, ist die Botschaft.

Die Werke werden in Industriehallen, einer alten Wagenremise und einem Skulpturenpark gezeigt. Seit einigen Jahren sind in die „NordArt“ auch Veranstaltungen des Schleswig-Holstein Musik-Festivals eingebunden. Ein Höhepunkt ist am 10. und 11. August „The Big Bach“ unter anderem mit einer Steel-Band aus Trinidad und Tobago.  

dpa

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