Ein Banner mit der Aufschrift „Refugees Welcome“ hängt an einem Bauzaun vor der  Landesunterkunft für Flüchtlinge in Bad Segeberg
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In der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Bad Segeberg ist schon alles bereit.

Vorbereitungen laufen

Kiel hat bereits 1 412 Ukraine-Flüchtlinge registriert

Kiel – Die Zahl der in Schleswig-Holstein eintreffenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine steigt weiter. Bisher wurden in den Landesunterkünften etwa 1 412 erfasst, teilte das Innenministerium am Donnerstag auf Anfrage mit. Derzeit hielten sich dort etwa 904 Menschen aus der Ukraine auf. Rund 500 seien bereits auf Kommunen verteilt beziehungsweise privat untergekommen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Geflüchteten werden in den Landesunterkünften registriert, vorläufig untergebracht, medizinisch untersucht und bei Bedarf gegen das Coronavirus geimpft. Nach dem Willen der Landesregierung sollen die Menschen schnell auf die Kommunen verteilt werden.

Allein die Landeshauptstadt bereitet sich auf Hilfe für mehr als 1 000 Geflüchtete vor. Bei der Unterbringung und Versorgung greife sie auf Erfahrungen und Strukturen aus dem Jahr 2015 zurück, als viele Flüchtlinge aus Syrien gekommen waren. Viele Unterkünfte und Helfersysteme aus der damaligen Flüchtlingssituation ließen sich schnell und unkompliziert reaktivieren, gab die Stadt an.

100 Plätze stünden bereits in Flüchtlingsunterkünften zur Verfügung. Die Betten seien bezogen, die Zimmer hergerichtet und die Mitbewohner informiert. 200 weitere Plätze seien in unmittelbarer Vorbereitung.

Noch einmal 700 Plätze sollen in den nächsten Tagen geschaffen werden. Da die Stadt erwartet, dass viele Geflüchtete mit dem Zug kommen werden und dies auch am Wochenende und nachts, richtet sie ein Willkommenszentrum ein. In der Nähe des Rathauses wird es darüber hinaus eine Anlaufstelle geben, in der die Geflüchteten auch nachts versorgt werden können, bevor sie dann auf die Unterkünfte verteilt werden.

„Kiel stellt sich seiner humanitären Verantwortung bei der Aufnahme der schutzsuchenden Menschen“, erklärte Sozialdezernent Gerwin Stöcken. „Gemeinsam werden wir allen Geflüchteten unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrem Geschlecht humanitäre Hilfe gewähren und all jene, die bereits seit Jahren bei uns Schutz suchen, nicht vergessen.“ Die Stadt will auch die Unterbringung in privaten Wohnungen und Häusern koordinieren. Wer separate Ferienwohnungen oder Etagen in Einfamilienhäusern für geflüchtete Menschen zur Verfügung stellen will, kann sich ab der kommenden Woche im Amt für Wohnen und Grundsicherung melden.  dpa

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