Vorbildliche Nachbarschaft

Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Dänen soll Unesco-Welterbe werden

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Minderheitsbeauftragter Bernd Fabritius zu Besuch bei Minderheiten im Grenzgebiet in Flensburg.

Flensburg - Der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung will Bestrebungen unterstützen, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland zum immateriellen Welterbe erklären zu lassen. Die Minderheitenarbeit in der Region sei so gut, dass sie aus seiner Sicht in die Liste des immateriellen Unesco-Welterbes gehöre, sagte Bernd Fabritius am Donnerstag nach seinem Antrittsbesuch bei der dänischen Minderheit in Flensburg. Sie sei ein „best practice-Modell“, das in Europa Schule machen sollte.

Unterstützung für ihren Antrag erhalten die Organisationen der dänischen Minderheit in Deutschland und der deutschen Minderheit in Dänemark bereits von Schleswig-Holstein und Dänemark. Eine Entscheidung auf Bundesebene dazu steht nach Angaben des kulturellen Dachverbands der dänischen Minderheit, dem Südschleswigschen Verein/SSF, noch aus.

Fabritius betonte, er fände die Aufnahme ein sehr wichtiges Ziel. Welches der beste Weg dahin sei, müsse noch beraten werden. „Ich werde in Kopenhagen Frau Ministerin Mette Bock treffen, werde mit ihr beraten, was der zweckmäßigste Weg ist.“ Es könne auch gut sein, dass Dänemark den Antrag einbringe und Deutschland diesen flankierend unterstützt, sagte Fabritius.

Eine Rolle bei dem gut zweistündigen Besuch in Flensburg spielten auch die möglichen Schließungen einiger Schulen der dänischen Minderheit. Da dem dänischen Schulverein Südschleswig Subventionen aus Dänemark gekürzt werden, müssen nach Angaben eines Sprechers bis zu fünf Millionen Euro eingespart werden. In einem 40-seitigen Maßnahmen-Katalog wird derzeit unter anderem auch über die Schließung einzelner Schulen diskutiert.

Ein gutes Netz von Minderheitenschulen sei notwendig, etwa um die Sprache als bedeutendes Merkmal der eigenen Identität, zu sichern, sagte Fabritius. Er betonte aber, wenn jetzt Schulschließungen diskutiert würden, geschehe dies nicht aus finanziellen Gründen, sondern sei der geringen Größe einiger Schulen geschuldet. Es gehe um pragmatische Fragen: Ist es besser in einer Mikroschule zu sein oder lieber ein paar Kilometer zu fahren. Das seien Entscheidungen, die nur die Minderheit allein treffen könne. 

dpa

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