Landesbeauftragter will politische Bildung an Schulen stärken

Wahl-O-Mat ab 4. April online

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Der Wahl-O-Mat soll vor allem jungen Menschen bei der Entscheidung für eine bestimmte Partei helfen.

Kiel - Die Schleswig-Holsteiner können sich vom 4. April an mit Hilfe des Online-Tools Wahl-O-Mat eine Meinung über die Programme der Parteien bilden, die zur Landtagswahl am 7. Mai antreten. Dies kündigte der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, am Donnerstag an.

Der Wahl-O-Mat wird 38 Thesen beinhalten, die beantwortet werden können. Die Aussage, alle Parteien wollten das Gleiche, stimme nicht, sagte Meyer-Heidemann. Bei der Landtagswahl dürfen erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.

Der Landesbeauftragte forderte, die politische Bildung an den Schulen zu stärken. „Natürlich muss die politische Bildung mindestens den Stellenwert des Religionsunterrichts haben.“ Meyer-Heidemann setzte sich dafür ein, dass Politiker auch in den sechs Wochen vor der Landtagswahl in Schulen gehen. 

Gerade in der heißen Wahlkampfphase müsse aber auf Ausgewogenheit geachtet werden. Der Landesbeauftragte sprach sich dabei auch dafür aus, AfD-Politiker einzuladen. Solche Veranstaltungen müssten inhaltlich gut vorbereitet und sehr gut moderiert werden. Dies scheine in der Praxis Probleme zu bereiten.

Politische Bildung stärken

Meyer-Heidemann plädierte dafür, die politische Bildung an den Gemeinschaftsschulen in der Sekundarstufe I klar in einem Schulfach zu verankern. Die bisher praktizierte Parallelstruktur mit den Fächern Weltkunde und Wirtschaft/Politik sichere nicht den notwendigen Stellenwert der politischen Bildung. 

Diese brauche an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen ein verbindliches Minimum in den Kontingentstundentafeln. Alle Bürger benötigten politische Urteilskraft. „Das dürfen wir – insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen des Populismus – nicht vergessen.“ Die Dienststelle des Landesbeauftragten ist mit insgesamt sechs Stellen ausgestattet.

dpa

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