Lehrer werden gezielter ausgebildet / Schulen bekommen vermehrt schnelles Internet

Wandel im Schulsystem

kiel - Nicht nur die Lehrerausbildung soll in Teilen wieder umgestellt werden, auch im Bereich der Digitalisierung für Schüler gibt es einen Wandel im Norden. Am Montag stellte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) den dritten Bericht zur IT-Ausstattung und Medienbildung an den Schulen vor.

Lehrerausbildung

Über eine neue Reform zur Lehrerstruktur will die Koalition aus CDU, Grünen und FDP den sogenannten Einheitslehrer für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen abschaffen. „Wir bilden unsere Lehrkräfte in Zukunft gezielter im Hinblick auf ihren zukünftigen Einsatzort aus“, sagte Prien.

„Unsere Schulen brauchen gut qualifizierte Lehrkräfte und deshalb setzen wir auf eine grundständige und eine auf die Bedürfnisse der Schulart und ihrer Schülerinnen und Schüler zugeschnittene Ausbildung an den Universitäten und im Vorbereitungsdienst“, erläuterte die Ministerin. Eingeführt wird das Lehramt an Gemeinschaftsschulen.

„Wir setzen bewusst auf die besonderen Kompetenzen und Stärken unserer Hochschulen im Land“, sagte Prien. Deshalb sehe das neue Gesetz vor, dass das Studium an der Universität Kiel und an der Musikhochschule Lübeck schwerpunktmäßig auf das Lehramt an Gymnasien vorbereite.

Die besondere Stärke und das Profil der Europa-Universität Flensburg lägen bei der Sonderpädagogik und Inklusion sowie in der Sonderschulausbildung und im Sekundarbereich bei der Ausbildung für die Gemeinschaftsschulen, sagte Prien. Dort werde es künftig den Master-Studiengang „Lehramt an Gemeinschaftsschulen“ geben.

Studenten können dafür zwei Sekundarstufe-I-Fächer wählen oder ein Sekundarstufe-I-Fach mit einem Sekundarstufe-II-Fach kombinieren. Zudem gibt es in Flensburg den Masterstudiengang „Lehramt an Gymnasien“ für solche Studenten, die in bestimmten Fächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch oder Geschichte zwei Sekundarstufe-II-Fächer miteinander kombinieren.

Schulen im Norden

Neuerungen soll es aber nicht nur im Bereich der Ausbildung, sondern auch bei der Ausstattung der Schulen geben. So hat gut die Hälfte der Schulen im Land mittlerweile Zugang zum schnellen Internet. Im Jahr 2016 betrug die Quote noch 29,7 Prozent. Über fest installiertes WLAN verfügen 77 Prozent der Schulen, nach 63 Prozent vor zwei Jahren. Dies geht aus dem dritten Bericht zur IT-Ausstattung und Medienbildung an den Schulen hervor, den Prien vorgelegt hat.

Er basiert auf Daten von 704 der 797 Schulen (88 Prozent). „Es gibt einen positiven Trend: Die IT-Ausstattung der Schulen verbessert sich langsam“, sagte Prien. „Der Bericht benennt zugleich den weiteren Bedarf der Schulen.“ Das Land brauche auch die Gelder aus dem Digitalpakt mit dem Bund, der nach zweijährigem Vorlauf jetzt endlich kommen müsse. Zeitliche Verzögerungen wegen komplizierter Verhandlungen zu einer umfassenden Grundgesetzänderung seien nicht gerechtfertigt. „Jetzt muss die Möglichkeit geprüft werden, den Digitalpakt auch ohne Grundgesetzänderung umzusetzen“, sagte Prien. - dpa

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