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SPD fordert Deckelung der Dispozinsen

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Eine Deckelung der Zinssätze auf Dispositionskredite fordert Beate Raudies, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag.
Eine Deckelung der Zinssätze auf Dispositionskredite fordert Beate Raudies, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag. © dpa

Die Inanspruchnahme von Dispokrediten kann zur Schuldenfalle werden. Deshalb verlangt die SPD-Landtagsfraktion eine Deckelung der Zinsen. Mit der Forderung befasst sich jetzt der Landtag.

Kiel – Die SPD im Kieler Landtag will eine Deckelung der Zinssätze auf Dispositionskredite erreichen. Mit einem Antrag an den Landtag fordert die Fraktion die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine entsprechende gesetzliche Regelung einzusetzen.

Mit Dispokrediten könnten Verbraucher das Girokonto überziehen und so auch unvorhergesehene Situationen finanziell überbrücken, kommentierte die finanzpolitische Sprecherin, Beate Raudies. Sie könnten aber auch dauerhaft zur Schuldenfalle werden, wenn eine Rückzahlung aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht mehr möglich ist.

„Die teils erheblichen Zinssätze verstärken die Lage für die Betroffenen zusätzlich“, sagte Raudies. Zudem seien Folgekosten nur selten transparent ermittelbar. „Hinzu kommt, dass für eine weitere Überziehung des vereinbarten Disporahmens häufig Zusatzzinsen anfallen, über die das Kreditinstitut nicht sofort aktiv informieren muss.“

Schon durch die Folgen der Corona-Pandemie sei für viele Verbraucher die Gefahr der Überschuldung gewachsen, erklärte Raudies. „Angesichts der Energiekrise, die durch den völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden ist, steigen derzeit die Lebenshaltungskosten in nie gekannter Weise.“ Die hohe Inflation entziehe den Verbrauchern Kaufkraft.

Nach Ansicht der SPD-Fraktion sollte der Zinssatz für vereinbarte Kontoüberziehungen maximal sechs Prozentpunkte über einem festzulegenden Basiszinssatz liegen dürfen. Zusätzliche Zinsen für die geduldete Überziehung des vereinbarten Disporahmens sollen nicht mehr verlangt werden dürfen. Mit der Initiative der SPD befasst sich der Landtag in der nächsten Woche.  dpa

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