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Wasser klar – Stimmung trüb

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Ein Mann und eine Frau laufen in Schwimmkleidung in einen Badesee.
Unbeschwertes Baden ist in rund 330 schleswig-holsteinischen Badegewässern möglich. © DPA

Die Tourismusbranche blickt pessimistisch in die Zukunft. Dabei bietet zumindest die Wasserqualität zum Start der Badesaison ausgezeichnete Bedingungen.

Kiel – In der Tourismusbranche ist das Stimmungsbarometer im nördlichsten Bundesland wieder stark gefallen. „Die Stimmung des Gastgewerbes hat sich trotz guter Buchungszahlen für die anstehende Saison in vielen Destinationen wieder deutlich verschlechtert“, erklärte am Montag der Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, Björn Ipsen. Nach einem Klimaindex von 142,5 Punkten im Herbst 2021 fiel der Wert in diesem Frühjahr auf 107,7 Punkte. Maximal möglich sind 200.

Auch die Aussichten seien trüb. „Die Betriebe blicken vor allem pessimistisch in die Zukunft“, sagte Ipsen. Außer der zugespitzten Arbeits- und Fachkräftesituation bereiteten dem Gastgewerbe besonders die gestiegenen Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise Sorgen. Auch die Reisewirtschaft sei davon betroffen, hieß es. Allerdings begünstige die gestiegene Nachfrage an Fernreisen das Stimmungsbild in den Reisebüros. So sei der Klimaindex auf 90,6 Punkte gestiegen und habe sich damit den Vor-Pandemie-Werten genähert.

Um die Inflationsfolgen besser einschätzen zu können, wurden die Betriebe genauer zu Preisentwicklungen befragt. Eine klare Mehrheit sieht sich mit höheren Einkaufs- und Energiepreisen konfrontiert. 91 Prozent der gastgewerblichen Betriebe halten dies für das aktuell größte Geschäftsrisiko; in der Reisewirtschaft sind es 61 Prozent. 46 Prozent im Gastgewerbe gaben an, sie hätten die Kostensteigerungen bereits an die Kunden weitergegeben. 42 Prozent planen dies.

Dabei sind die äußeren Bedingungen im Urlaubsland Schleswig-Holstein ausgezeichnet: Zum Start der Badesaison am 1. Juni ist die Wasserqualität an den Gewässern nach Angaben des Gesundheitsministeriums sehr gut. Nach bisherigen Messergebnissen in rund 330 Badegewässern sei aus wasserhygienischer Sicht unbeschwertes Baden möglich, teilte das Ministerium am Montag mit. Die Messwerte sind im Internet abrufbar und werden bis Mitte September fortlaufend aktualisiert. Auf den nordfriesischen Inseln beginnt die Badesaison offiziell am 15. Juni.

Nach Ministeriumsangaben nehmen die Gesundheitsbehörden vor Ort regelmäßig Proben. Mögliche Grenzwertüberschreitungen oder Badeverbote würden in der Regel innerhalb weniger Stunden veröffentlicht. Im vergangenen Sommer hätten knapp 90 Prozent aller Badegewässer im Norden die Bestnote ausgezeichnet erhalten, sechs Prozent ein gut und drei Prozent ein befriedigend.

An der Elbebadestelle Brokdorf wird aufgrund der mikrobiologischen Belastungen in den vorangegangenen Saisons ein Badeverbot verhängt.

Die bevorstehende Badesaison macht den Frühling schnell vergessen. Denn dieser war im Norden im Vergleich zum Rest von Deutschland ziemlich kühl, aber dafür sehr sonnig. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Montag lag die Mitteltemperatur im Bundesland bei 8,3 Grad. Nur in Mecklenburg-Vorpommern war es noch kühler.

Zudem war es im Norden etwas trockener als in den Vorjahren: 135 Liter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichnete der DWD in der Region. Der vieljährige Durchschnitt liegt den Angaben zufolge bei 155 Litern. Stattdessen gab es für die Menschen im Bundesland Sonne satt – die Sonne zeigte sich nahezu 685 Sonnenstunden, der Durchschnitt liegt bei 492 Stunden.  dpa

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