Wattleten unter sich

Schlickschlittenrennen und Wolliball: In Brunsbüttel geht es im Schlamm zur Sache

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Teilnehmer der 13. Wattolümpiade kämpfen am Sonnabend beim Watthandball im tiefen Schlick um den Sieg. Bei dem Wettbewerb treten Freizeitsportler in mehreren Disziplinen gegeneinander an. Der Erlös kommt an Krebs erkrankten Menschen zugute. 

Brunsbüttel - Auch die Wettergötter lieben die „Mud Olympics“: Rund 400 Freizeit-Sportler haben sich am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein bei der „Wattolümpiade 2018“ im Schlick ausgetobt. Angefeuert von Hunderten Besuchern schwitzten sie in der schleswig-holsteinischen Elbmündung bei skurrilen Sportarten wie Wattfußball, Watthandball, Wolliball und beim sogenannten Schlickschlittenrennen.

Die 32 Teams kamen unter anderem aus Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu dem schrägen Turnier. Die weiteste Anreise hatte eine Mannschaft aus Tschechiens Hauptstadt Prag. Auch diese Schlamm-Sportler kamen für ein gerade einmal vierstündiges Spektakel: Länger dauerte die Wattolümpiade nicht, weil danach die Flut die „Wattkampf“-Arena wieder überschwemmte.

Um ihr Vergnügen zu verlängern, machten die „Schlamm-Sportler“ schon den Einlauf der Nationen zu einem ausgelassenen Spektakel. So traten die Teams nicht nur unter ausgefallenen Namen an wie „Modderhead“, „Wtt“n Bagger“, „Watt für Helden“, „Wattpupser“, oder „Dreckschlam(m)pen“. Sie präsentierten sich ihren Fans auch in fantasievollen Kostümen und aufwendigem Equipment. Einige Olümpioniken schleppten eine Meter große gelbe Schwimmente mit, schwitzten unter künstlichem Zebrafell, tänzelten im Leoparden-Kostüm oder als zottelige Höhlenmenschen.

Die zahlreichen Fans und Besucher auf dem Deich hatten Garten- oder Camping-stühle dabei. Sie labten sich unter der brennenden Sonne an kühlen Getränken, genossen Fischbrötchen, Bratwurst und Pizza. Dabei feuerten sie heftig die Wattleten an, die sich wenige Meter unter ihnen im zähen und knietiefen Schlick der Elbmündung auspowerten. Im wabbeligen Watt begleitete ein schmatzendes Geräusch jeden Schritt, und jeden Bauchklatscher im Modder bejubelte die Menge begeistert.

Seit 2004 kämpfen Wattsportler aus zahlreichen Länder im Elbschlick in „traditionellen“ Küstensportarten um Ruhm und Ehre. Die Wattolümpiade gilt nach Angaben der Veranstalter zu den erfolgreichsten Benefiz-Events der Republik. Der sportliche Wettkampf trägt sich wieder komplett durch Sponsoren, sodass sämtliche Eintritts- und Startgelder als Spende weitergegeben werden. Unter dem Motto „schmutziger Sport für eine saubere Sache“ wurden bislang mehr als 330 000 Euro gesammelt. Das Geld kommt Krebspatienten in der Region zugute.

Die Brunsbütteler Wattolümpiade hat sich in Deutschland einen Ruf als kreatives Spektakel erarbeitet: Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter der „Deutsche Tourismuspreis 2005“, belegten das, sagte Wettkampfleiter Oliver Kumbartzky. Internationale Presse-Agenturen hätten schon Korrespondenten geschickt; Fernseh-Teams aus aller Welt über die „Mud Olympics“ berichtet. 

 dpa

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