Uniklinikum startet Studie zur Ernährung von Corona-Kranken / 1 252 Infizierte

Welchen Einfluss hat das Essen?

Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Süßes nur in Maßen: Experten raten generell zu einer ausgewogenen Ernährung. Nun prüfen Forscher des Uniklinikums Schleswig-Holstein, ob eine Optimierung des Essens auch Corona-Verläufe beeinflussen kann. Foto: dpa

Kiel – Mit einer bundesweiten Studie will das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein untersuchen, wie der Verlauf von Covid-19 über die Ernährung verbessert werden kann. Hintergrund des Forschungsprojektes sei der begründete Verdacht, dass Mangelernährung ein wesentlicher Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf der Covid-19-Erkrankung ist, gab das Klinikum an. Die Studie starte sofort. In ganz Deutschland sollen rund 1 300 ambulante Patienten mit Sars-CoV-2-Infektion einbezogen werden, die leichte bis mittelschwere Symptome aufweisen.

Bei der Studie gehe es um die Wirksamkeit einer molekularen Ernährungsintervention bei Patienten mit einer frühen Covid-19-Erkrankung. Ziel sei es, milde Erkrankungen zu stabilisieren und die Zahl schwerer Verläufe, die eine Sauerstofftherapie im Krankenhaus nötig machen, zu reduzieren. Dazu solle der Ernährungsstatus der Patienten optimiert werden.

Stefan Schreiber, der Direktor der Klinik für Innere Medizin I, habe zusammen mit Kollegen bereits 2012 in einer im Fachblatt „Nature“ veröffentlichten Arbeit gezeigt, dass der negative Einfluss einer Mangelernährung auf das Immunsystem insbesondere auf eine einzelne Aminosäure zurückzuführen sei. In Folgestudien sei festgestellt worden, dass molekulare Ernährungsinterventionen im Tiermodell eine reparierende Wirkung für die Immunfunktion haben und ihnen eine wesentliche antientzündliche Wirkung zukommt.

Für die Studie sollen täglich über vier Wochen zwei ernährungsrelevante Interventionen angeboten werden, erläuterte das Klinikum. Die Hälfte der Patienten werde 1 000 Milligramm Vitamin B 3 bekommen, die andere Hälfte hingegen bekommt das Heilmittel Kieselerde.

Die Zahl der im Land gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus ist mittlerweile auf 1 252 gestiegen. Bis Dienstag wurden 117 Fälle mehr erfasst als am Tag zuvor. 164 Menschen sind oder waren demnach seit Beginn der Epidemie in klinischer Behandlung – 18 mehr als Montag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um je einen aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Stormarn auf elf, hieß es. Derzeit werden 124 Corona-Patienten in Kliniken behandelt. dpa

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