Lübeck feiert 30 Jahre Unesco-Titel 

„Welterbe neu entdecken“

+
Die Altstadt Lübecks – hier mit dem Holstentor – gehört seit dem Jahr 1987 zum Unesco-Welterbe.

Lübeck - Mit einem bunten Programm und vielen Aktionen feiert Lübeck in diesem Jahr sein 30. Jubiläum als Unesco-Welterbe. Ein ganzes Jahr lang soll es unter dem Motto „Plötzlich 30“ unter anderem Ausstellungen, besondere Museumsführungen und Konzerte an verschiedenen Orten in der Altstadt geben. „Mit der Aktion wollen wir gezielt die Lübecker ansprechen. Wir wollen sie einladen, ihr Welterbe bewusst wahrzunehmen und neu für sich zu entdecken“, sagte Lübecks Tourismus- und Marketingchef Christian Lukas gestern.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen Lübecker, die in diesem Jahr ebenfalls 30 werden. So sollen zwölf 30-Jährige ein Jahr lang als Welterbe-Botschafter ihre persönlichen Lieblingsorte vorstellen. „Es ist besonders wichtig, die jüngere Generation für den Denkmalschutz zu begeistern. Je mehr Menschen unser Welterbe unterstützen, um so selbstverständlicher können wir es für kommende Generationen erhalten“, sagte die Weltwerbekoordinatorin der Hansestadt Lübeck, Christine Koretzky.

Die Unesco hatte den mittelalterlichen Stadtkern der Hansestadt Lübeck 1987 zum Welterbe der Menschheit erklärt. Damit erhielt erstmals in Nordeuropa eine komplette Altstadt dieses Prädikat. Ausschlaggebend für die Auszeichnung waren nach Angaben der Deutschen Unesco-Kommission die markante Silhouette der Lübecker Altstadt und die geschlossen erhaltene vorindustrielle Bausubstanz.

Gütesiegel für Tourismus

„Für den Tourismus ist der Titel so etwas wie ein Gütesiegel, vor allem im Ausland können wir damit punkten“, sagte die Sprecherin des Lübeck und Travemünde Marketing, Doris Schütz.

An der Aktion zum Jubiläum beteiligen sich zahlreiche Lübecker Einrichtungen und Firmen. So führen die Chefs der Lübecker Museen unter dem Motto „Mittags im Museum“ zu bestimmten Terminen jeweils 30 Besucher 30 Minuten lang durch ihre Häuser. Die Kirchengemeinde St. Jakobi lädt einmal im Monat zu einer Pilgerreise rund um das Welterbe Altstadt ein. In der St. Marienkirche ist vom 25. März bis zum 3. Juni die Ausstellung „Oben ohne? Wie die Lübecker ihre sieben Türme retteten“ zu sehen. Darin geht es um den Luftangriff auf Lübeck vor 75 Jahren, also die Zerstörung von Teilen des heutigen Welterbes und dessen Wiederaufbau in der Nachkriegszeit.

Einer der Höhepunkte der Aktion werde der bundesweite Welterbe-Tag am 4. Juni sein, sagte Lukas. An dem Tag laden das Hansevolk und die Lübecker Stadtführer zu einer Zeitreise ins Mittelalter ein. Zu einer Fachtagung treffen sich am 5. und 6. Oktober rund 100 Vertreter der Europäischen Welterbekommissionen im Europäischen Hansemuseum. 

dpa

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.