Mehr als drei Millionen Gäste bei der Kieler Woche

Weniger Besucher, mehr Sicherheit

Mehr als drei Millionen Besucher trotzen in Kiel dem durchwachsenen Wetter. - Foto: dpa

Kiel - Weniger Besucher als im Vorjahr, aber zufriedene Gesichter: Die Kieler Woche hat nach Schätzungen von Stadt und Polizei mehr als drei Millionen Gäste in den Bann gezogen. Die vergangenen neun Tage hätten erneut die Einzigartigkeit der Traditionsveranstaltung gezeigt, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) gestern bei der Abschluss-Pressekonferenz. „Sie ist das sportliche, kulturelle und gesellschaftspolitische Aushängeschild unserer schönen Stadt und ein weltweites Markenzeichen, auf das wir sehr stolz sind.“

Mehr als 2 000 Veranstaltungen, darunter über 200 fast durchweg kostenlose Konzerte, boten den Gästen aus 70 Ländern einen bunten Mix aus Sport, Musik, Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Die Polizei hatte nach den Terroranschlägen von Brüssel und Paris sowie den massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ihr Sicherheitskonzept überarbeitet. Sie setzte auch mehr Beamte ein. Gefeiert wurde dann ganz überwiegend friedlich. Die Polizei habe sich sehr intensiv auf mögliche schwere Zwischenfälle vorbereitet, sagte Polizeichef Thomas Bauchrowitz. „All das haben wir nicht gebraucht.“ Herausragende Einsatzlagen habe es nicht gegeben. „Antanzdelikte“ seien ausgeblieben. Die Kieler Woche sei in ihrem 134. Jahr wieder ein sicheres und entspannten Vergnügen gewesen, sagte Kämpfer.

Dass einige hunderttausend Gäste weniger kamen als im Vorjahr mit dem Topwert von 3,8 Millionen, lag aus Veranstaltersicht besonders am Wetter: Es war oft freundlich und trocken, zum Teil aber extrem mit Hitze, starkem Regen und Gewitter.

Die Polizei rückte bis gestern Vormittag zu 2 313 (Vorjahr 2497) Einsätzen aus, von denen 414 (371) direkten Bezug zur Kieler Woche hatten. Die Zahl der „Rohheitsdelikte“ stieg von 68 auf 91, die der Platzverweise gegen aggressive Besucher von 95 auf 105. Drei Polizisten wurden leicht verletzt, einer am Ellenbogen schwer. Die Jugendschutzstreifen sprachen 67 betrunkene Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren an – nach 390 vor einem Jahr.

Regen prägte am zweiten Sonnabend den maritimen Höhepunkt der Kieler Woche, die nach Veranstalterangaben das größte Sommerfest im Norden Europas und das weltgrößte Segelereignis ist. Zur Windjammerparade über 100 Traditionsseglern, Motor- und Dampfschiffen, kamen 80.000 „Sehleute“, nach 120.000 im Vorjahr.

Angeführt wurde der Korso vom Dreimaster „Thor Heyerdahl“, weil die „Gorch Fock“ in der Werft ist. Der Regen konnte Oberbürgermeister Kämpfer die Laune nicht vermiesen: „Weniger als Sturm ist gutes Wetter – machen wir die Sache rund.“ - dpa

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