Überdüngung stellt eine Gefahr für die Ostsee dar.
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Überdüngung stellt eine Gefahr für die Ostsee dar.

Umweltminister vereinbaren neue Ziele für Ostseeschutz / Umweltverbände enttäuscht

Weniger Plastikmüll und mehr Schutzgebiete

Die Ostseestaaten wollen Plastikmüll im Meer verringern und die Schutzgebiete ausweiten. Naturschutzverbänden gehen das nicht weit genug.

Der aktualisierte Plan werde helfen, den Zustand der Ostsee bis 2030 zu verbessern.

Der ursprünglich aus dem Jahr 2007 stammende Plan wurde nach Angaben der Helsinki-Kommission aktualisiert und bis zum Jahr 2030 fortgeschrieben. Die Verlängerung des Plans sei ein großer Tag für alle Ostseestaaten, sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth. „Die jetzt beschlossenen Maßnahen sind viel konkreter als die von 2007.“

Als Beispiel nannte er die jetzt vereinbarten Obergrenzen für Plastikmüll in der Ostsee. „Der soll bis zum Jahr 2025 um mindestens 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent vermindert werden“, sagte er. Auch für die Reduzierung von Nährstoffen in der Ostsee seien konkrete Obergrenzen festgesetzt worden. Außerdem solle die Schutzfläche der Ostsee bis 2030 von derzeit 15 Prozent auf 30 Prozent erhöht werden.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) wies auf die Bedrohung der Ostsee durch alte Weltkriegsmunition hin. „Wir müssen ein flächendeckendes Austreten der giftigen Stoffe in die Umwelt verhindern, bevor es zu spät ist“, sagte er.

Naturschutzverbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem World Wide Fund For Nature (WWF) gehen die Beschlüsse nicht weit genug. Die Probleme des Ökosystems Ostsee seien schon lange bekannt, sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Das Problem sei, dass der Ostseeschutz nicht konsequent genug durchgesetzt werde. Der WWF forderte verbindliche Verpflichtungen, um den guten Umweltzustand eines der am stärksten bedrohten Meeresökosysteme der Welt wiederherzustellen.  dpa

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