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Weniger schlechte Straßen in Schleswig-Holstein

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Eine Absperrung ist an einer Baustelle auf der Bundesstraße B 404 zu sehen.
Eine Absperrung ist an einer Baustelle auf der Bundesstraße B 404 zu sehen. © dpa

Die Sanierungen im Norden laufen. Investitionen in Höhe von 110 Millionen Euro sind für das Jahr 2023 geplant.

Kiel – Wer mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad in Schleswig-Holstein unterwegs ist, muss vielerorts weiter mit schlechten Straßen und Wegen leben – allerdings werden es weniger. 2022 seien 135 Kilometer Landesstraßen und 62 Kilometer Radwege saniert worden, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Dienstag. „Damit ist wieder mehr als ein Drittel des Netzes in einem Top-Zustand.“ Die Arbeiten seien jedoch „eine nie endende Aufgabe“.

Im Umkehrschluss heißt das, knapp zwei Drittel des knapp 3 600 Kilometer umfassenden Netzes sind in keinem guten Zustand. Schwerpunkt der Investitionen sind 2023 die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg im Norden. „Wo wir seit Jahrzehnten nicht saniert haben“, sagte der Geschäftsbereichsleiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Christoph Köster. Insgesamt sollen im Land 93 Kilometer Straßen und 65 Kilometer Radwege in Top-Zustand gebracht werden.

Ein Viertel der Bundesstraßen in schlechtem Zustand

Pro Quadratmeter sei Schleswig-Holstein bei Investitionen in die Landesstraßen Spitzenreiter unter den Ländern, sagte Köster. „Aber wir haben auch großen Nachholbedarf.“ Rund ein Viertel der Bundesstraßen sei in schlechtem Zustand. Größte Baustellen bei den Landesstraßen sind das Ersatzwerk für die Schleibrücke Lindaunis, an dem bereits gebaut wird. Saniert werden die Landesstraße 57 zwischen Schönwalde und Lensahn inklusive dem Neubau eines Radweges, die L 21 zwischen Sterup und Schrepperie sowie unter anderem die L 6 zwischen Galmsbüll und Emmelsbüll, die L 125 zwischen Bargstedt und Nortorf, die L 245 zwischen Achtrup und Nordmark, die L 269 zwischen Sillerup und der Bundesstraße 200 sowie die L 28 zwischen Esperstoft und Gammellund.

Seit 2019 wurden laut Landesbetrieb 382 Millionen Euro in die Straßen investiert. „Entgegen unseren Erwartungen waren die Schäden an vielen Straßen nicht nur größer, sondern buchstäblich auch tiefgründiger“, sagte Köster. „Das machte die Reparaturen langwieriger und teurer.“ Dadurch seien die für den Zeitraum 2019 bis 2022 gesteckten Pläne bei Weitem nicht im geplanten Umfang umgesetzt worden.

Deshalb will die Landesregierung ihre Strategie überarbeiten. „Das künftige Sanierungsprogramm muss sich an den Realitäten bei den Fachkräften orientieren“, sagte Landesbetriebs-Vizechef Frank Quirmbach. Neben Materialengpässen und damit verbundenen Kostensteigerungen seit Kriegsbeginn fehlten der gesamten Baubranche Ingenieure, Techniker und Planer. dpa

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