Der Rückzug kostet Millionen

An der Nordseeküste geht der Strand meterweise verloren

+
Dieser Pfahlbau steht zu nah an der Wasserkante und muss deshalb abgerissen und weiter entfernt neu gebaut werden.

St. Peter-Ording - Die Pfahlbauten am Strand von St. Peter-Ording (Nordfriesland) sind das Wahrzeichen der Gemeinde. Seit über 100 Jahren trotzen die hölzernen Hütten dem „Blanken Hans“. Doch Sturmfluten sind für sie nicht die einzige Gefahr: Vor allem durch den Anstieg des Meeresspiegels wird der Strand schmaler. Experten des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz LKN haben berechnet, dass an einzelnen Abschnitten jedes Jahr sechs bis acht Meter Strand verloren gehen.

Deshalb müssen einige Pfahlbauten weiter oben am Strand neu aufgebaut werden, sagte Nils Koch von der Tourismus-Zentrale. Die Arbeiten beginnen Anfang Mai. Zunächst sollen die Strandaufsicht und die WC-Anlagen neu gebaut werden. Im Herbst sollen dann die alten Gebäude abgerissen werden. Die Gesamtkosten dafür betragen rund 2,6 Millionen Euro. Zwei weitere Pfahlbauten müssen in den kommenden Jahren voraussichtlich ebenfalls zurückgesetzt werden. Elf Hütten können der Tourismus-Zentrale zufolge bleiben.

Der erste Pfahlbau – die „Giftbude“ – wurde 1911 gebaut. Dort gab es nicht, wie der Name vermuten lässt, ein Sortiment tödlicher Gifte. „Gift“ stand für das niederdeutsche „Dor gifft dat wat“ (Da gibt es etwas) – zum Beispiel Schnaps, aber auch alkoholfreie Erfrischungen. Denn „der Weg vom Ortszentrum oder vom Deich bis zur Wasserkante ist zu weit, um schnell mal ein Getränk zu beschaffen“, sagte Koch. Die „Giftbude“ wurde jedoch 1935 von einer Sturmflut zerstört.

Heute stehen 15 Pfahlbauten am Strand, je drei an den fünf bewachten Badestellen für Aufsicht, Sanitäranlagen und Gastronomie. Die bis zu sieben Meter hohen Pfahlbauten stehen auf zehn bis zwölf Meter langen Lärchenpfählen, die im Abstand von drei Metern zueinander zur Hälfte im Boden eingeschlämmt werden. „Sie sind Wahrzeichen von St. Peter-Ording“, sagte Koch. 

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.